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Euch gibts ja doch!

Vor einer knappen Woche habe ich noch die völlige Nicht-Existenz der Marke Datsun in Österreich beklagt. http://wierus.wordpress.com/2012/02/13/datsun-verschwunden/ Bis auf einige Laurel und Fairlady-Z-Modelle scheint die Marke Datsun in Österreich völlig ausgestorben zu sein, sie tauchen nirgends mehr auf. Geschlossen habe ich meinen Artikel mit folgenden Worten:

“Nicht nur, dass bei Ebay, Gebrauchtwagenbörsen oder Händlern absolut keine Fahrzeuge auftauchen, selbst bei Old- bzw. Youngtimer-Treffen oder bei sonstigen Veranstaltungen rund um alte Autos treten sie nicht in Erscheinung. Diese Fahrzeuge scheinen nicht nur aus dem Straßenbild, sondern selbst aus der Altwagen-Szene völlig verschwunden zu sein!”

Doch ganz so hoffnungslos scheint die Lage doch nicht zu sein. Ich hab zumindest zwei überlebende 70er-Jahre-Datsuns ausfindig machen können, wenn auch beides 100A. Die erste Entdeckung machte ich aufgrund eines Tipps, den mir ein Leser gab. Auf der Homepage  http://www.disastercars.at/album/index.php eines findigen Unternehmers, der seinen umfangreichen Fuhrpark für Film- und Fernsehproduktionen zur Verfügung stellt, findet sich ein silberner 100A, einsam und alleine zwischen unzähligen Mainstreamkisten.

Und die zweite Entdeckung machte ein großer Zufall möglich! Auf dem Weg zum Lokalaugenschein in Sachen Infiniti-Center Wien http://wierus.wordpress.com/2012/02/22/infiniti-austria/ war ich wohl gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. An einer Ampel, eingeklemmt neben einem Lieferwagen, stand ein kleiner, gelber Datsun 100A und wartete aufs grüne Licht! Ich war zwar auf der falschen Straßenseite und nicht sehr nah dran, doch für einen gezoomten Schnappschuss hat´s gereicht!

Es gibt sie also doch noch, da draussen! Schön zu wissen, dass sich ein paar wenige Überlebende auf der Straße befinden. Der nächste Schritt wäre nun ein Nachweis der Existenz eines 180B Bluebird oder eines 160J Violet. Wird schwierig, aber ich bleib dran!

Wierus

Dass es die Marke Infiniti gibt, ist kein Geheimnis mehr. Seit sich russische Geschäftsmänner auch bei uns in den SUVs und Luxuslimousinen des Nissan-Nobelablegers sehen lassen, gehört die in den USA bereits etablierte Marke in Österreich zum Straßenbild wie Lexus. Also nicht, werden besonders lustige Leser jetzt murmeln, doch wenn man mit offenen Augen durch die Weltgeschichte geht, kommt einem doch gelegentlich ein Infiniti unter. Ein junger japanischer Hersteller mit bestechend eleganten Fahrzeugen versucht, sich in Österreich im Premiumsegment zu etablieren. Eine sehr interessante Story, also auf zum bisher einzigen Infiniti-Händler in Österreich, dem Infiniti-Zentrum Wien!

Doch beim frommen Wunsch bleibts dann auch… Denn die auf der Homepage angegebene Adresse am Kärntner Ring 8 in 1010 Wien erweist sich als das Luxushotel “The Ring”, keine Spur vom Infiniti-Zentrum samt großem Schauraum, den man auf der reichlich bebilderten Homepage http://www.infiniti.at/dealers/wien.html bewundern kann. Lediglich ein vor dem Hotel geparkter FX lässt erahnen, dass in einer Suite des Hotels ein Verkaufsbüro eingerichtet ist. Bereits seit September 2010, wie man mir bei meinem Lokalaugenschein geflüstert hat.

Erst nach umfangreicher Recherche hingegen war zu erfahren, dass in Brunn am Gebirge vor den Toren Wiens das “eigentliche” Infiniti-Zentrum im Entstehen begriffen ist. Ende Januar wurde der Rohbau fertiggestellt, im April diesen Jahres soll die Eröffnung folgen. Betrieben wird es vom erfolgreichen Grazer Nissan-Händler Spes und es soll wohl österreichweit das Einzige bleiben.

Dass dieses besagte Infiniti-Zentrum bereits seit dem ersten Quartal 2011 in Betrieb sein müsste, wird einem dann nur noch hinter vorgehaltener Hand verraten. Beim Verkaufsbüro im “The Ring” handelt es sich wie bei der Homepage lediglich um ein Provisorium. Und das nichts länger hält als ein Solches, ist ja bekannt!

Wierus

… ist eine Kunst, die niemand kann? Das Kasperltheater rund um die aktuellen Lancia-Modelle Thema und Flavia, bei denen es sich um anspruchslose Ami-Großserienware mit traditionsreichen Namen handelt (http://wierus.wordpress.com/2011/02/16/der-untergang-des-abendlandes/), ist bei weitem nicht der erste Fall, bei dem große Namen auf weniger große Fahrzeuge gepappt wurden, um den Verkauf anzukurbeln. Besonders in den USA ist man sehr talentiert darin. Nachfolgend drei Beispiele für gekonnt-gruseligen Namensmissbrauch.

Nicht dass ich nach dem ABC oder gar nach Stilsicherheit ordnen würde, es ist einfach Zufall, dass der Cadillac Cimarron ganz am Anfang steht:

Erkennt ihn jemand? Der 1981 präsentierte Cadillac Cimarron basiert auf GMs J-Body-Baureihe, zu der noch ein ausführlicher Artikel folgen wird, und war das kleinste Cadillac-Modell ever. Der erste Cadillac seit 1914 mit Vierzylindermotor, der erste Cadillac mit serienmäßigem Schaltgetriebe seit 1953 und dabei nicht einmal ein echter Cadillac. Denn beim Cimarron handelt es sich um einen aufgehübschten Chevrolet Cavalier, der bei uns als Opel Ascona C verkauft wurde! 1.8 Liter Vierzylinder mit 89 PS, Viergang-Schaltgetriebe und Frontantrieb. Eingestellt hat man den Cimarron 1988, zur Witzfigur wurde er schon viel früher…

Die Amis können es nicht lassen! Als nächstes kommt der Chevy Nova:

In den 60er und 70er Jahren Detroit Iron at it´s best, ein billiges Kompaktklasseauto für Omis und ein heißen Dragstrip-Racer für junge Wilde, war der Nova der Traum einer ganzen Generation von Beschleunigungsjunkies. Mit dicken Chromstoßstangen und Motoren bis zum 6,4 Liter V8 mit 355 PS entsprach der Nova dem American Dream. Bis 1979, als die Produktion des Nova endete. Doch 1985 lebte der traditionsreiche Name Nova wieder auf. Und zwar auf einem in den USA produzierten Toyota Corolla E8 mit 75PS, wahlweise als Liftback oder Sedan. Der Schock für die Yankees muss heftig ausgefallen sein, doch trotzdem wurden bis 1988 einige Corol… äh Novas verkauft.

Doch es geht noch viel heftiger: Nehmt euch in Acht vor dem Chrysler TC by Maserati!

Sowas konnte auch nur den Amis in den 80er Jahren einfallen. Zwischen 1989 und 91 wurden 7300 Stück des Touring Coupe (TC) von Hand in Mailand gebaut. Als Basis diente die Plattform des Dodge Daytona, die Karosserie war großteils mit jener des unglücklichen Chrysler LeBaron Cabrio ident und die Technik sowieso Großserienware von Chrysler und Mitsubishi. Welche Daseinsberechtigung der “TC by Maserati” hatte, konnte ich bei meinen Recherchen nicht in Erfahrung bringen, bis auf die Ausstattung und einige Technikteile entsprach er dem viel günstigeren LeBaron. So müssen viele Interessenten gedacht haben, denn nach 7000 Exemplaren wurde die Produktion wieder eingestellt.

Genug der Grausamkeiten, ich hoffe euch hat´s Spaß gemacht!

Wierus

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