Alt vs Neu oder traue keinem über 10?

Die Abwrackprämie hat unsere Umwelt gerettet, die geringere Zahl älterer Autos auf Europas Straßen macht das Leben für uns alle sicherer und angenehmer und je moderner ein Auto ist, desto zuverlässiger und hochwertiger ist es konstruiert.

Diesen Blödsinn versucht man uns von Seiten des Staates und natürlich der Autohersteller seit Jahren weis zu machen. Doch ist es wirklich besser, alle paar Jahre einen Neuwagen zu bestellen und ältere Autos zu verschrotten, um die Welt zu retten? Sind neue Autos wirklich so viel zuverlässiger, umweltfreundlicher und hochwertiger als ältere Semester?

Ich sage euch eins, die Antwort auf alle diese Fragen lautet: Nein! Lasst mich erklären, warum.

Der Aufwand an Energie und Ressourcen, um einen Neuwagen der Mittelklasse herzustellen ist derart hoch, dass ein geringerer Verbrauch und eine etwas bessere Abgaseinstufung des Neuwagens diesen Aufwand gegenüber einem bereits produzierten Fahrzeug niemals wettmachen können. Man kann einen 15 Jahre alten Wagen noch viele Jahre fahren ohne jemals auch nur annähernd soviele Ressourcen vernichtet zu haben als wenn man den Wagen verschrotten lässt und einen neuen und topmodernen Kompaktklassewagen bestellt.

Ein Beispiel: Laut dem AVD  (Automobilclub von Deutschland) erzeugt die Herstellung eines neuen VW Golf ca. 10.800 kg co2! Das entspricht einer Menge von ca. 4.650 Litern Benzin.

Wenn ich jetzt diesen Golf als Beispiel heranziehe, verbraucht der Wagen laut Werksangabe ca. 6,5 Liter auf 100km. Macht bei einer jährlichen Durchschnittsfahrleistung von 12.000km in etwa 780 Liter Kraftstoff jährlich.

Mein Alltagsauto, ein 11 Jahre alter Subaru, benötigt knapp 10 Liter auf 100km. Das ergibt einen Jahresverbrauch von zirka 1200 Liter Benzin und damit eine Differenz von 420 Liter im Jahr.

Wenn ich die 4650 Liter Benzin als CO2-Äquivalent durch die 420 Liter Differenz dividiere, komm ich auf knapp 11 Jahre! Das entspricht dem momentanen Alter meines Subaru! Sprich ich muss den Neuwagen 11 (!!) Jahre fahren, um alleine die bei der Produktion des Fahrzeugs entstandenen CO2-Emissionen wett zu machen. Da ist aber noch keine Rede von Ressourcen wie z.B. Wasser.

Bei diesem Rechenbeispiel gehen wir davon aus, dass moderne Autos ohne Probleme 11 Jahre halten. Nicht so selbstverständlich bei der komplizierten und oftmals nicht auf Dauerhaltbarkeit ausgelegten Technik (Twin-Scroll-Turbolader, Commonrail-Injektoren, Registeraufladung, Doppelkupplungsgetriebe etc.) moderner Autos.         „… denn die Qualität heutiger PKW ist (…) oftmals lausig.“, zitiert die bekannte Zeitschrift „Oldtimer Markt“ einen KFZ-Sachverständigen, der lieber anonym bleiben möchte, in der Ausgabe 12/2010.

Mein Beispiel geht davon aus, dass gekaufte Neuwagen kleine Autos mit sparsamen Motoren sind und dass die Werksangabe zum Durchschnittsverbrauch der Realität entspricht. Ersetzt man den Golf in meinem Beispiel durch einen VW Touareg, sieht die Umweltbilanz für den Neuwagen noch deutlich schlechter aus! Einmal davon abgesehen, dass Werksangaben zum Verbrauch oftmals das Hochglanzpapier nicht wert sind, auf welches sie gedruckt werden.

Daher meine Sicht der Dinge: Behaltet eure älteren und alten Autos, pflegt sie gut, lasst sie regelmäßig warten und ihr bewegt euch so umweltfreundlich wie möglich fort.

Euer Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Alt vs Neu oder traue keinem über 10?

  1. tobi schreibt:

    Sehr schöner Bericht, ich bin der selben Meinung und fahre deswegen auch einen mitlerweile 19 Jahre alten Celica T18 Gti der zudem bei vernünftiger Fahrweise auch knapp 10 Liter verbaucht.

  2. Pingback: Ökowahn im Schauraum « Lukas Wieringer

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