Der schmale Grat

Jeder Mensch, der nicht völlig hinterm Mond lebt, hat sicherlich schon bemerkt, dass in der heutigen Zeit der erste Eindruck und der Auftritt einer Person mehr zählt denn je. Man muss etwas „hermachen“, sollte mit seinem Auftritt im Idealfall ein gewisses Image nach außen transportieren. „It´s all about looks“ scheint im Moment das maßgebende Sprichwort zu sein.

So sehr man sich auch dagegen streubt, nicht einmal als Liebhaber in Würde gealterter Autos kann man sich diesem Diktat entziehen. Fährt man ein Auto, dass kein schnöder Gebrauchtwagen mehr aber noch kein anerkannter Oldtimer ist, wird einem der schmale Grat, auf dem man als Youngtimerfan wandelt, so richtig bewusst.

Um bei der nicht-autoaffinen Bevölkerung akzeptiert zu werden, sollte sich die Youngtimer-Gemeinde auf die penible Pflege ihrer Fahrzeuge besinnen! Ein über 20 Jahre altes Auto, das verschmutzt mit 3 Radkappen und einem schief montierten Nummernschild am Straßenrand steht, wird als verbrauchte Letzthand-Schrottkiste wahrgenommen und schürt oft genug Unmut und Verständnislosigkeit.

Hegt und pflegt man hingegen seinen Youngtimer, sorgt man dafür dass er immer schön gewaschen wird und möglichst original und ohne peinliches Billigzubehör daher kommt, merkt selbst der beharrlichste Auto-Ignorant, dass es sich wohl um ein Liebhaberstück handelt.

Als ausgezeichnetes Beispiel dienen die beiden, unten abgebildeten, Toyota Tercel aus dem Jahr 1981. Der rote Tercel, niedergeritten und systematisch vernachlässigt, erzeugt höchstens mitleidige Blicke und verständnisloses Kopfschütteln.

Wohingegen der silbere Tercel, Teil einer Sammlung klassischer Japanischer Automobile, bei anderen Verkehrsteilnehmern freundliches Schmunzeln, anerkennendes Kopfnicken und erhobene Daumen hervorruft:

Man glaubt es kaum, aber die Fotos wurden in etwa zum gleichen Zeitpunkt gemacht und beide Fahrzeuge sind annähernd gleich alt!

Diese beiden Fahrzeuge demonstrieren auf eindringliche Art und Weise, wie stark die Akzeptanz der noch recht jungen Youngtimer-Bewegung vom Pflegewillen und der Sorgfalt der Fahrzeugbesitzer abhängig ist.

Fahren wir mit heruntergekommenen und zumindest optisch vernachlässigten Kisten durch die Gegend, wird sich gegen „diese alten Stinker“ recht schnell Widerstand in der Bevölkerung entwickeln. Pflegen wir unsere Autos jedoch überdurchschnittlich, werden wir als Sympathieträger und Autoliebhaber wahrgenommen. Und darum sollte es uns doch neben dem Fahrspaß auch gehen, oder?

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Der schmale Grat

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