Vom Aussterben bedroht, Teil 5

Willkommen zum nun bereits fünften Teil meiner Serie über Autos der 80er und 90er Jahre, die akut vom Aussterben bedroht sind. Auch diese Folge widmet sich wieder voll und ganz drei unbekannten und ausgestorbenen Autos, die seinerzeit offiziell in Österreich verkauft wurden. Man glaubt es kaum, in unserem schönen Österreich, wo deutsche Autos die Hauptrolle am Markt spielen, gibt es durchaus auch unbekannte und in Vergessenheit geratene Fahrzeuge deutscher Hersteller! Lasst euch überraschen!

Stufenheck, kantiges Design und ein Hersteller ohne großartiges Image, das sind die Zutaten für rasches Verschwinden aus dem Straßenbild. Dieses Schicksal gibts auch bei VW, man denke nur an den VW Santana!

Man glaubt es kaum! Da fahren die Wolfsburger mit der verhärmten Stufenhecklimousine NSU/VW K70 so richtig ein und lernen offensichtlich gar nichts draus. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass man 1981 dachte, man könnte einen Passat mit Stufenheck, leicht geänderter Front und nicht gerade erotisch klingendem Namen höher positionieren als den gewöhnlichen Passat Fünftürer? Bei der „75PS mit Automatik“-Kundschaft errang der Santana zumindest einen Achtungserfolg, bevor er 1984 wegen chronischer Erfolglosigkeit geliftet und in „Passat Stufenheck“ umbenannt wurde. Es dauerte nochmals 3 Jahre, bis VW sich dazu durchrang, den Santana endlich vom Markt zu nehmen. Peinlich, peinlich… Oder war er doch ein unverstandener Held? Denn in Brasilien und vor allem in China verzeichnete der Santana erfolge bis weit ins neue Jahrtausend, in China gehört der Santana immer noch zu dem meist verkauften Autos überhaupt!

Wenn wir schon bei spröden, spießigen und verhärmt wirkenden Kisten sind, darf natürlich der Opel Ascona C nicht fehlen:

Wie der Santana kam auch der Ascona C 1981 auf den Markt und beeindruckte nicht gerade mit elegantem Design, faszinierender Technik oder heimeligem Innenraum. Der Ascona teilte sich die Frontantriebsplattform mit den J-Car-Modellen von General Motors, die für den US-Markt als Einsteigervarianten gedacht waren und daher möglichst billig produziert werden mussten. Für alle Skeptiker: Ja, das merkte man dem Ascona auch deutlich an! In Sachen Verarbeitungsqualität wurden nicht gerade Maßstäbe gesetzt, starkes Untersteuern gehörte in jeder Kurve zum Alltag und von Rostschutz sprechen wir erst besser gar nicht! Die weltweit verkauften Schwestermodelle Vauxhall Cavalier (GB), Isuzu Aska (J), Chevrolet Cavalier (USA), Buick Skyhawk (USA) oder Holden Camira (AUS) stehen dem Ascona naturgemäß um nichts nach. Ein gutes Beispiel für einen der vielen Gründe, warum GM am Rande des Ruins stand!

Wenn wir schon mal bei Opel sind und die Attribute „spröde“, „spießig“ und „verhärmt“ bemühen, dann darf natürlich der Opel Kadett E nicht fehlen:

Eigentlich irre, mit welchen Fortbewegungsmitteln sich viele Menschen in den 80er Jahren noch zufrieden gaben. Von 1984 bis 91 versuchte GM, mit dem in Deutschland entwickelten Kadett dem Golf II Konkurrenz zu machen. Gelang bis zu einem gewissen Grad auch, vom Kadett E wurden insgesamt knapp 3.8 Millionen Stück verkauft! Irrsinnig viel für ein Auto, dessen Innenraum klappert und scheppert wie eine Packung Schrauben, dessen Blech schneller rostet als die Plastikstoßstangen ausbleichen (Und das ging schnell!) und dessen Design so aufregend geraten ist wie der neueste Hit der Kastelruther Schürzenöhis. Doch die Technik geriet robust und so bot sich der Kadett als automobiler Entwicklungshelfer für Entwicklungsländer geradezu an. Bei uns 1991 vom nicht minder deprimierenden Astra abgelöst, stand dem Kadett E eine große Karriere in Südamerika, Südkorea und in Osteuropa bevor. In Usbekistan wird der Kadett E immer noch produziert!

Doch nun genug von deutschen Flops, Italien wartet und so werden im sechsten Teil dieser Serie einige Fahrzeuge erwähnt werden, die fast niemand mehr kennt!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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7 Antworten zu Vom Aussterben bedroht, Teil 5

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    …um den Kadett trauert wirklich keiner….

  2. twister schreibt:

    guten tag
    wenn du so schlecht über opel sprichst,
    warum haben sie dann jahre lang zu denn meist verkauften gehöhrt ?!
    das mit dem Rost war bedenklich!!
    Aber reden wir über ihre motoren. Hast du mal ein Opelmotor gekannt der mit 150000km erhöten ölverbrauch hatte?! ich nicht!
    Unproblematische und sparsame Einspritzsisteme!
    gering Unterhaltskosten, Hydros schon seit eh und jeh.
    Und was den Kadett E betrifft; der C20XE war mit einem Wikungsgrad von über 30% einer der bessten 2Liter 16v Motoren wenn nicht der bestete der 1989 auf den Markt kam.

    Wenn du von einer Karre nichts hälst heisst das noch lange nicht das sie du hier schlecht machen musst!!

  3. YoungtimerBlog schreibt:

    Ich bin ja ein echter Fan von emotionalen Kommentaren ;->

  4. twister schreibt:

    Ja, kann sein dass ich emotional geworden bin, habe da auch meine Gründe..
    Bin mit einem Kadett C aufgewachsen und die alten Opel haben mich bis heute nicht los gelassen. Sind einfach geile Kisten. Kennst du den C20Let? Wenn nicht wäre es an der zeit!

  5. Gilbert schreibt:

    In meiner Jugend hatte ein Kumpel auch einen Kadett E. Goldmetallicc, Schürzen, Spoiler, Zusatzinstrumente und …60 PS!! Immer wieder lustig und wehmütig, wenn man die Autos dieser zeit zurückdenkt. Und heute? Glatt gelutschter Einheitsbrei.

  6. turboseize schreibt:

    Einen Kadett fuhr meine Tante zweieinhalb Jahrzehnte lang. Am Ende konnte man durch das Blech durchgucken, aber die Technik war unzerstörbar und sparsam war der Wagen auch.
    Wenn einem Design und Fahrspaß völlig egal sind, was will man dann mehr?

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