Made in China

Wer sich die Mühe macht und bei Haushaltsgeräten, Spielsachen oder anderen Gegenständen des täglichen Gebrauchs nach der Herkunft sucht, wird in den meisten Fällen „Made in China“ lesen. Mittlerweile haben wir uns schon daran gewöhnt, dass unser Leben von Dingen bestimmt wird, die im kapitalistischsten Kommunistenstaat 😉 aller Zeiten hergestellt werden. Lediglich wenn es um Autos geht, hat China uns bisher verschont.

Doch weltweit gewinnen Autos Made in China immer mehr an Bedeutung. In der Ukraine zum Beispiel gehören Fahrzeuge der Hersteller Chery oder BYD bereits zum Straßenbild, auch eine Vielzahl an Reise- und Linienbussen sind chinesische Fabrikate. In Kroatien und in Nordafrika gehört der Great Wall Wingle zu den meistverkauften Pick-Ups.

Bei uns wirds wohl nicht so weit kommen, aber voraussichtlich Mitte 2011 soll der Wingle auch in Österreich auf den Markt kommen. Bei uns wird er „Great Wall Steed“ heißen und mit den bereits bekannten Mahindra Goa und Tata Xenon Pick-Ups konkurrieren.

Doch nicht alle chinesischen Fabrikate sind so eigenständische Entwürfe wie der Wingle. Viele kleine chinesische Hersteller kopieren schamlos erfolgreiche Modelle japanischer und europäischer Hersteller, um sie unter eigenem Namen auf den Markt zu bringen.

Der „Derways LandCrown„, der in Russland offiziell angeboten wird, erinnert verdächtig an den Toyota Land-Cruiser J9 (1996 – 2003):

Der Soueast Lioncel gleicht nicht nur namentlich dem Mitsubishi Lancer der sechsten Generation, auch optisch ist die wohl rein zufällige Ähnlichkeit verblüffend:

Geländewagen-, Pick-Up- und SUV-Kopien aus China sind meist mit einem langlebigen 2.4 Liter Benzinmotor von Mitsubishi ausgestattet, oftmals verfügen sie lediglich über herkömmlichen Heckantrieb ohne Allrad oder Untersetzungsgetriebe. Auch PKW-Modelle werden von Mitsubishi- und Toyota-Motoren angetrieben, egal ob die Zentrale in Japan etwas davon weiß oder nicht…

Der Münchner Konzern BMW hat vor einigen Jahren einen Prozess gegen den Importeur des „Shuanghuan CEO“ gewonnen, der daraufhin den Verkauf sämtlicher auf Lager liegender Fahrzeuge stoppen musste, weil sie dem BMW X5 zum verwechseln ähnlich sahen. In Slowenien und Italien werden sie aber nach wie vor noch verkauft.

Doch großteils sind diese Probleme der etablierten Hersteller mit Plagiaten aus China hausgemacht. Anfangs rochen vor allem die Europäer große Gewinne am Chinesischen Markt, es wurden Kooperationen und Joint-Ventures aus der Taufe gehoben, um am chinesischen Automarkt Fuß zu fassen. Doch nach dem Ablauf der Verträge bauten viele chinesische Hersteller die Fahrzeuge, mit denen sie während der Kooperationen in Kontakt gekommen waren, einfach nach! Eingefahren!

Seit 2008 geistern Meldungen vom Chinaauto-Import nach Österreich durch die heimische Presse, doch nichts geneues weiß man nicht. Nach dem Crashtest-Debakel des Landwind (Nachbau Opel Frontera) und dem mäßigen Erfolg indischer Fahrzeuge am heimischen Markt zeigen sich potentielle Importeure sehr zaghaft, man will offenbar kein Risiko eingehen. Bleibt abzuwarten, ob es 2011 soweit sein wird.

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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