Toyota-City liegt in Bayern

Liebhaber japanischer Old- und Youngtimer im Allgemeinen und Toyota-Fans im Besonderen zieht es einmal jährlich in die tiefste Bayrische Provinz, nach Hartkirchen bei Pocking, knapp 30 Kilometer von Passau entfernt. Dort steht, fernab der Hauptverkehrsstraßen, das größte und aufwendigste Toyota-Museum Europas! Mit beinahe 100 Toyotas, vom 1967er 2000GT bis zum 1996er Prius Concept-Car und unzähligen Ersatzteilen, Tauschmotoren und Modellautos im Ausstellungsraum, muss man das Museum mindestens zweimal besuchen, um auch nur annähernd alles gesehen zu haben.

Im August 1971 verkaufte der Gründer des Museums, Peter Pichert, gelernter Kfz-Meister auf Mercedes-Benz, den ersten Toyota in Passau. Ein Corolla Coupe KE25. Der zufriedene Kunde der ersten Stunde, Herr Ebner, kam wieder. In 31 Jahren kaufte er sieben Toyotas beim Autohaus Pichert, bis auf eine Carina immer Corollas. Unzählige zufriedene Kunden ermöglichten es der Familie Pichert in den 90er Jahren, in einer ehemaligen Schneiderei ein Museum einzurichten und seit der Eröffnung 1994 sukzessive zu erweitern.

Seit 2002 treffen sich am letzten Juli-Wochenende beinahe jährlich unzählige Toyota-Liebhaber mit ihren alten Autos auf dem Gelände des Museums, um Bekannte und Freunde wieder zu treffen, interessante Autos zu bestaunen und natürlich um den eigenen Wagen zu präsentieren. Neben dem gemütlichen Beisammensein vor und im Museum steht auch immer eine Ausfahrt zum Bürgerfest im benachbarten Kurort Bad Füssing am Programm, die vom Highlight des Museums, einem Toyota 2000GT, angeführt wird:

Zwischen 1967 und 1970 in lediglich 351 Einheiten produziert, war der 2000GT der erste Supersportwagen Japans. Sein Zweiliter-Reihensechszylindermotor mit 150PS wurde zusammen mit Yamaha entwickelt und sorgte für verwunderte Gesichter auf Rennstrecken und Autobahnen. Für den James Bond Film „Man lebt nur zweimal“ wurden zwei 2000GT als Cabrio hergestellt, die Cabrioversion ging jedoch nie in Serie.

Doch wirklich faszinierend ist die Anzahl und vor allem der Zustand herkömmlicher Modelle, die seinerzeit in großen Mengen verkauft, gefahren und verschrottet wurden. Wer hat zum letzten Mal einen Corolla E8 Sedan, einen Starlet Kombi oder einen Toyota Tercel gesehen? Alle verschwunden und beinahe ausgestorben. Nur in Hartkirchen nicht! Nachfolgend einige Impressionen und interessante Exponate:

Zwei Corolla E8, die erste Frontantriebs-Generation des meistverkauften Autos der Welt:

Die einzigartige Sammlung an Crown Super-Saloons, insgesamt 6 Stück des wunderschönen Straßenkreuzers:

Ein ganz seltenes Exemplar, ein Corona. In der Schweiz, in den BeNeLux-Ländern und in Skandinavien gabs ihn, bei uns leider nie:

Besonders sehenswert auch die Werkstatt-Szenen, hier zwei Corona Mark II und ein Corolla KE25:

Die letzten beiden Jahre war mein Camry beim Treffen auch dabei und obwohl es natürlich nicht das älteste, teuerste oder seltenste Auto auf dem Platz ist, hat er doch für gewisse Aufmerksamkeit gesorgt. Weil es bisher der Einzige war! Vielleicht ändert sich das ja heuer. Man sieht sich auch heuer wieder beim Pichert in Hartkirchen!

Wierus

Advertisements

Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
Dieser Beitrag wurde unter Autos, Youngtimer abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Toyota-City liegt in Bayern

  1. Pingback: Die Pichert-Sammlung zieht um | The way of drive…

  2. Pingback: Vor 50 Jahren: die Schweiz entdeckt Toyota | autosleben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s