Das erste Auto zum Jubiläum

Mag glaubt es kaum, aber bei diesem Artikel handelt es sich um den 50. Artikel!  Zur Feier des Tages möchte ich meine treue Leserschaft ein wenig an den Erinnerungen an mein erstes Auto teilhaben lassen!

Ich hatte das große Glück, als erstes Auto einen Neuwagen zu bekommen, damals war ich 9 Jahre alt! Im Januar 1994 tauschte mein Vater seinen 88er Subaru Leone Kombi gegen einen neuen Mitsubishi Pajero 2.5 TD GL Metal Top ein, der mich durch meine ganze restliche Kindheit und Jugendzeit bis ins Erwachsenenalter begleitete.

Anfangs begegnete ich dem Pajero sehr skeptisch, der Leone war mir ans Herz gewachsen. Doch der Pajero eroberte mein Herz im Nu und fortan gab es für mich kein besseres, cooleres und gemütlicheres Auto mehr! Ich verbrachte als Kind unzählige Stunden am Beifahrersitz, wartend und frierend während mein Vater seiner Berufung nachging.

Sommer 04 V

Der Pajero musste in meiner Jugendzeit meine ersten kläglichen Versuche als Autofahrer ertragen und mit dem Pajero lernte ich auch den Heckantrieb zu schätzen. Schließlich gibts für einen Jugendlichen nichts größeres als mit seinem Vater über verschneite Nebenstraßen zu driften. Jede Kurve quer! 😉

Mit 16 durfte ich dann endlich legal auf öffentlichen Straßen fahren, L17-Führerscheinausbildung sei Dank! Natürlich waren die erforderlichen 3000 km schnell abgespult und der damalige Familienwagen meiner Eltern, ein 95er Audi 80 Avant TDI Business, konnte in meiner Gunst niemals auch nur annährend mit dem Pajero mithalten.

Im Februar 2002, ich bekam den Führerschein ausgehändigt, verkaufte mir mein Vater den Pajero zum symbolischen Euro, ich war endlich auch offiziell Besitzer dieses Wagens, den ich seit 1994 so liebte! Damals hatte er lächerliche 82.000km auf der Uhr und obwohl ihn der Rost schon ordentlich gezeichnet hatte, war ich so stolz auf dieses Auto wie auf keines der Nachfolgenden mehr.

Ich legte mit meinem „Paji“ knapp 45.000 problemfreie Kilometer zurück und erlebte so manche lustige Geschichte. Eine halbe Stunde vor der mündlichen Deutsch-Matura lernte ich noch auf dem Schulparkplatz die Biographie von Kleist, natürlich im Paji. Wenn meine Schulkollegen und ich keine Lust auf den Zeichenunterricht hatten, schwänzten wir für einige Stunden und verbrachten die Zeit sinnvoll, meistens bei einem gemeinsamen Picknick auf einem Feld. Oft sass ich dabei auf dem Frontschutzbügel. Dass ich meine erste Freundin, damals dachte ich das zumindest, im Paji das erste Mal geküsst habe, ist da auch nicht verwunderlich.

Im Frühjahr 2005 war dann der Tag des Abschieds gekommen. Der Rost hatte ordentlich am Rahmen genagt, einige Investitionen wären fällig geworden und ich hatte Lust auf ein anderes Auto. Ich war jung und dämlich, das weiß ich jetzt. Heute würd ich ihn behalten, doch damals freute ich mich über den respektablen Preis, den ich erzielt hatte.

Im Sommer 2007, ich fuhr damals bereits mein fünftes Auto, tauchte mein Pajero dann plötzlich wieder auf, bei einem Auto-Import/Export-Dealer in Hartberg. Was war ich aufgeregt! Bin natürlich sofort hingefahren und wirklich, mein ehemaliger Pajero stand vor mir!

Leider billigst zurechtgeschweißt und grauenhaft mit der Spraydose „lackiert“, seiner Embleme beraubt und mit einem Aschenbecher voll Zigaretten… Ich fuhr mit der Absicht dorthin, ihn zurück zu kaufen und restaurieren zu lassen! Doch er war nur noch ein Schatten seiner selbst, verbastelt und runtergeritten. Meine Entscheidung war gefallen, ich wollte ihn so in Erinnerung behalten, wie er in unserem Besitz war. Erinnerungen kann und muss man nicht zurückkaufen, die sind auf ewig gespeichert!

Daher hab ich ihn dort stehen lassen, nach einigen Wochen war er denn weg. Keine Ahnung wer ihn gekauft hat und wo er gelandet ist, ich will es auch gar nicht wissen. Doch manchmal, wenn ich einen grünen Pajero fahren sehe, frage ich mich, ob mein Paji wohl noch irgendwo da draußen herumfährt…

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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5 Antworten zu Das erste Auto zum Jubiläum

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Exzellente Momentaufnahme!

  2. Pingback: Der Sternenkreuzer « Lukas Wieringer

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