Mama Leoneeee

Willkommen zum zweiten Teil meiner Autovergangenheit! Die Geschichte meines ersten Autos hab ich euch ja schon erzählt, nun kommt mein erster echter Youngtimer dran. Vorhang auf für den 89er Subaru Leone 1.8i GL Kombi Sondermodell Alpin:

Seit Anfang der 1990er Jahre lässt mich der Leone III von Subaru nicht los. An diesem Modell hängen sehr viele Kindheits-Erinnerungen an den harten Alltag meiner Eltern auf über 1000 Meter Seehöhe und an so manche Reise durch Eis und Schnee. Leider sind die meisten Leone viel zu schnell den Rosttod gestorben, doch seit Ende der 90er Jahre lief mir in Bruck/Mur regelmäßig ein grüner Kombi mit sehr geringer Laufleistung vor die Nase. Ich hab den Wagen bewundert, wollte insgeheim immer einen haben.

Und im April 2004 war es dann soweit! In einer Tageszeitung erschien an einem Freitag ein Inserat mit den Worten „Subaru Leone Kombi, Erstbesitz, EZ 89, 38.000km, 2850 Euro, Tel.:***“. Ich konnte in der darauffolgenden Nacht kaum schlafen und hab mir den Kopf zerbrochen, ob ich nicht doch anrufen sollte. Samstag vormittag rief ich an, es war wirklich dieser grüne Kombi aus Bruck, den ich schon so lange bewundert hatte! Der Besichtigungstermin am Montag war nur Formsache, natürlich hab ich sofort unterschrieben, zwei Tage später hab ich ihn bar bezahlt und abgeholt! Der Kilometerstand war wirklich so niedrig wie im Inserat behauptet:

Doch leider hielt die Technik nicht, was die Laufleistung versprach. Vom hoch betagten Erstbesitzer immer nur mit 91er Sprit auf ultrakurzen Strecken betrieben und nur alle 5 Jahre serviciert, ruckelte der Motor grauenhaft, drehte nicht über 3000 Umdrehungen und starb im Standgas ab. Nach dem längst fälligen Tausch der Zündkerzen. Zündkabel und des Luftmassenmessers (550 €!) wurde es etwas besser, aber ganz konnte man ihm das Ruckeln nie abgewöhnen.

Alle vier Stoßdämpfer waren hinüber, der Endtopf durchgerostet und der rechte Kotflügel kaltverformt, aber zumindest die Karosseriesubstanz war rostmäßig top! Nach viel zu hohen Investitionen in die vernachlässigte Technik und ein paar Tausend Kilometern Fahrspaß stand im Oktober 2004 die Winterpause an. Im April 2005 wiederbelebt, gönnte ich meinem heißgeliebten Leone zeitgenössische Alufelgen mit 185er-„Breitreifen“ in 13-Zoll… 😉

Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Leone, auch wenn ich ihn nicht viel fuhr. Der Sound war phantastisch, der Komfort auch und das Platzangebot im Kofferraum des Leone GL Kombi mit Hochdach übertrifft selbst den größeren Legacy. Leider musste ich im März 2005 meinen Pajero verkaufen und brauchte ein neues Alltagsauto. Des Geldes wegen entschloss ich mich, auch den Leone zu verkaufen. Ich hab mir damals eingebildet, ich müsse unbedingt einen Mercedes-Benz haben.

Der Leone ging an einen netten Herrn aus der Umgebung, der leider bald nach dem Kauf des Wagens starb. Doch dessen Schwiegersohn, ein Mechaniker, fährt den Leone heute immer noch, hauptsächlich als Winterauto. Vor einigen Monaten sah ich das Fahrzeug wieder, natürlich durfte ein Foto nicht fehlen:

Mittlerweile ist er um viele Beulen und Kratzer reicher, hat einen Hagelschaden erlitten und sieht sehr ungepflegt aus, doch um etwas Rostschutz hat sich der heutige Besitzer offensichtlich gekümmert. Da hatte er übrigens erst 42.500km auf der Uhr.

Tut es mir leid, den Leone verkauft zu haben? Jein. Mir war beim Verkauf bereits klar, dass ich wohl nie wieder einen beinahe rostfreien Leone mit so niedrigem Kilometerstand bekommen werde. Aber die hohen Investitionen, die der Wagen benötigt hatte, hatten mich in Panik versetzt. Ich bin kein Schrauber, muss Reparaturen teuer in Werkstätten erledigen lassen. Und mängelfrei war der Leone bei weitem nicht.

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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3 Antworten zu Mama Leoneeee

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