Vom Aussterben bedroht, Teil 9

Willkommen zum nun bereits achten Teil meiner Serie über Autos der 80er und 90er Jahre, die akut vom Aussterben bedroht sind. Auch diese Folge widmet sich wieder voll und ganz drei unbekannten und ausgestorbenen Autos, die seinerzeit offiziell in Österreich verkauft wurden. In diesem Teil liegt der Focus ganz klar auf seltenen Yankee-Schlitten, die niemand mehr kennt. Viel Komfort, luxuriöse Ausstattung und ein auffälliger Auftritt für wenig Geld.

Kandidat Nummer 1, in den 90er Jahren noch der Traum grauhaariger Unternehmer und extravaganter Arztgattinen: Buick Park Avenue!

Von 1990 bis 1996 produziert und zwischenzeitlich von einigen Importeuren auch in Österreich angeboten, bietet der Park Avenue sehr viel Luxus für sehr wenig Geld. Typisch Ami, verwöhnt der Buick mit seidenweichem Antriebskomfort dank eines 3.8 Liter V6-Motors und einer seidenweichen Automatik. Auch wenn der Frontantrieb die Idylle etwas stört, so macht das der geringe Verbrauch wieder mehr als wett. Dank eines grandiosen cW-Werts von 0,31 kommt der ParkAve mit 12 Litern aus, amerikanisch-relaxten Fahrstil vorausgesetzt. Doch nicht nur der Komfort begeistert, auch die Optik hat ihren Reiz! Wo bekommt man sonst einen 90er-Jahre-Schlitten mit Chromstoßstangen, einem repräsentativen, ebenfalls verchromten Vollmetall-Kühlergrill und einen Innenraum im Stil eines texanischen Havanna-Clubs? Leider haben unseriöse Vorbesitzer, schlechte Rostvorsorge und hohe Unterhaltskosten in Österreich den Bestand an ParkAves heftig ausgedünnt. Angeboten werden so gut wie keine mehr, doch gelegentlich sieht man noch einen durch die Gegend cruisen.

Noch seltener und individueller ist man mit dem zweiten Yankee-Schlitten unterwegs, dem Pontiac Bonneville SSE:

Die Verkaufsanzeigen des Bonneville SSE in der AutoRevue von der Firma Puhr hab ich noch gut in Erinnerung, der Wagen fasziniert mich schon seit Kindheitstagen. Leider ist der von 1987 bis 91 angebotene Bonneville heute noch deutlich seltener als der ParkAve. Liegt einerseits an der Klientel. Der Wagen sprach primär Vielfahrer und Individualisten an, die nach 10 Jahren auf einen neueren Ami umstiegen und den Bonneville unseriösen Zwei- oder Drittbesitzern überließen. Damit war der soziale Abstieg und der Umzug in die Nähe des Wiener Gürtels für die Fahrzeuge fix. Mit vier (!) LCD-Bildschirmen im Innenraum und einem Lenkrad-Pralltopf, der nur aus Drucktasten besteht, war der Bonneville SSE auch technisch anspruchsvoll und teuer im Unterhalt. Der 3.8 Liter-V6 ist übrigens der gleiche wie im Buick, zumindest von dieser Seite sind keine Probleme zu erwarten. Wenn man denn einen Bonneville SSE in gutem Zustand findet. Hierzulande ein anspruchsvolles und schwieriges Unterfangen.

Unser dritter und letzter Kanditat kommt direkt aus der Geisterbahn der vierrädrigen Gruseligkeiten. Der Dodge Daytona:

Das seit 1984 verkaufte Sportcoupe wurde seit dem Facelift im Jahr 1987, in dessem Zuge es mit Klappscheinwerfernausgerüstet wurde, auch in Europa angeboten und mehr oder weniger erfolgreich verkauft. Technisch eng mit dem glücklosen Chrysler LeBaron verwandt, war der Daytona mit relativ anfälligen Vierzylindermotoren mit oder ohne Turbo ausgerüstet, bis 1990 endlich der zuverlässige 3 Liter-V6 von Mitsubishi zum Einsatz kam. 1993 stellte Dodge die Produktion des Daytona wieder ein, der frontgetriebene Möchtegern-Sportler war spektakulär gescheitert. Das billig gemachte Interieur, die uninspirierte Technik, zahlreiche Verarbeitungsmängel und eine fragwürdige Herkunft waren der Sargnagel für das Coupe aus den USA. Gelegentlich findet sich noch ein Daytona in Liebhaberhand, doch ein nicht vorhanderer Marktwert und außerst fragwürdige Interessenten sorgen dafür, dass diese Fahrzeuge so gut wie gar nie am Markt auftauchen.

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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