Bitte lächeln!

Die Autobahn dreispurig und schnurgerade, wenig Verkehr, die Sichtweite beträgt zwischen 500 und 1000 Meter, die Sonne scheint, trockene Fahrbahn, man hat noch ein Zeitpolster für den nächsten Termin und das Radio spielt mäßig laut Musik.

Das Leben kann so schön sein. Und während man „Take me where the sun is shining…“ singt, blitzt es rötlich im Rückspiegel. „Verdammt!“, entfährt es einem, doch dann ist es schon passiert. Ein Blick auf die Armaturen: Upps, die Tachonadel schaut waagrecht nach recht…

In einer Auffahrt des Straßendienstes steht gut versteckt ein grauer VW Touran, davor ein ebenfalls graues Kästchen, eine sogenannte Mobile Geschwindigkeitsmessanlage. An einer Stelle und bei einem Wetter, bei dem man theoretisch auch 250km/h fahren könnte, ein Blick über die Grenze nach Deutschland reicht. Keine Anrainer, die lärmgeschützt werden müssten, kein gefährlicher Streckenabschnitt oder ähnliches.

Doch unter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass jeder Polizist monatlich ein gewisses Soll an Strafeinnahmen eintreiben muss, sonst bekäme er ein Problem. Kann stimmen, muss aber nicht. Doch unabhängig davon, ob diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen oder nicht: Warum misst man nicht an Stellen, an denen es wirklich Sinn macht?

Warum misst man nicht in belebten Ortsgebieten, wo Einheimische durchwegs 70 fahren, weil sie sich ja gut auskennen und prinzipiell keine Zeit haben? Warum stellt man so ein Kastl nicht vor eine Schule, wo in der 30er-Zone höchstens von 60 auf 57 km/h heruntergebremst wird? Oder kann mir einer einen plausiblen Grund nennen, warum ich mit Tacho 55 bis 60 im Ortsgebiet von SUVs überholt und angehupt werde? Wohl, weil diese ganzen Radarmessungen nur auf geraden, trockenen Autobahnen mit geringem Verkehrsaufkommen stattfinden!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Bitte lächeln!

  1. turboseize schreibt:

    Ein wunderbares Beispiel ist die Autobahn Berlin-Hamburg. Es geht geradeaus. Und zwar ausschließlich. Kurven gibt’s nicht, Steigungen und Senken auch nicht. Wenn man eine Hochgeschwindigkeitsteststrecke bauen müßte und keine übergroßes Oval wollte, so müßte sie aussehen.

    In Brandenburg ist eine gerade, gut ausgebaute Straße offensichtlich gefährlich, denn auf Brandenburger Boden ist diese Hochgeschwindigkeitstrasse geschwindigkeitsbeschränkt.

    Das mit der gefährlichen Geradeausfahrt scheint auch ein typisch brandenburgisches Phänomen zu sein, die Brandenburger machen nämlich dasselbe mit der A2 und der A9. Auf letzterer wird man in Brandenburg per Schild und kostenpflichtigem Photoservice auf 120km/h eingebremst – auf gerader Strecke oder einer ganz, aber wirklich ganz leichten Rechtskurve, die durchaus voll zu nehmen ist. In Bayern findet man sich auf derselben Autobahn dann auf einer feinen Achterbahn, auf der man so schnell fahren darf, wie man will – das aber tunlichst lassen sollte, denn die ein oder andere Kurve geht mit über 200 eben nicht mehr, auf nasser Straße erst recht nicht. Das herauszufinden überläßt man in Bayern aber dem Fahrer. Die scheinen das gar nicht so schlecht zu können, denn mir ist nicht bekannt, daß sich die Unfallzahlen deutlich unterscheiden würden…

    Am Rande muß man allerdings fairerweise noch die unterschiedliche wirtschaftliche Lage der beiden Bundesländer anmerken. Wirtschaftskraft und Steuererträge, zwei Einflußfaktoren, deren Auswirkung auf die Verkehrsicherheit oftmals unterschätz wird!

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