Kias Anfänge mit Mazdas Hilfe

Nach dem beachtlichen Erfolg des gestrigen Artikels über die ersten selbst entwickelten Autos aus Korea möcht ich auch heute etwas Licht ins koreanische Dunkel bringen. Daher kommt jetzt der zweitgrößte Hersteller Koreas dran, auch Teil des Hyundaikonzerns: KIA.

Heute kennt man Kia als zweitgrößten Autohersteller Koreas, als Tochterfirma von Hyundai und als erfolgreicher Hersteller von Mainstream-PKWs und SUVs. Doch wo kommt diese Firma her, was hat der Name zu bedeuten und wie konnte sie zum weltweit erfolgreichen Autohersteller aufsteigen?

Der Name Kia ist eine Kombination aus „ki“, was koreanisch soviel wie „aufsteigen“ heißt und dem „a“ als Abkürzung für „Asia“. Als Kombination ergibt sich dann „Kia“, im Englischen lässt es sich schön mit „Rising out of Asia“ übersetzen.

Im Jahre 1944 gründeten zwei mutige Unternehmer eine Fabrik zur Herstellung von Fahrrädern und Motorrad-Rahmen in Yougdeungpo im Süden Seouls, die „Kyongseong Precision Industry Corporation“ war geboren. 1952, mit der Absicht eines künftigen Exportgeschäfts, wurde die Firma in „Kia Industry Company“ umbenannt. Im Jahr 1961 stellte Kia das erste Motorrad vor und begann mit dem Bau von dreirädrigen Mini-Lastern namens Kia K360. Bis 1973 wurden 25.000 Stück K360 produziert und haben entschieden zum Aufbau Koreas beigetragen.

Zehn Jahre darauf, 1971, stellt Kia den LKW Titan vor, der in Korea als DER Lastwagen in die Geschichte eingegangen ist und immer noch gebaut wird. Als Basis dient der Mazda Titan der 70er. Stellvertretend für einige Generationen Kia Titan ein Exemplar aus den 80er Jahren:

1973 ist ein entscheidendes Jahr für Kia, das Unternehmen geht an die Börse und baut im selben Jahr den ersten selbst entwickelten Ottomotor Koreas. Im Jahr 1974 geht´s dann mit PKWs los, das erste Modell ist der Kia Brisa, ein unter Lizenz produzierter Mazda Familia (bei uns Mazda 1000), der bis 1981 nahezu unverändert produziert wurde und als schärfster Konkurrent zum Hyundai Pony auch in den Nahen Osten und nach Griechenland exportiert wurde.

1975 wird die Produktion des Kia K303 parallel zum Brisa aufgenommen, ein unter Lizenz produzierter Mazda 818 mit 1300er Maschine.

Die Produktion des K303 wurde ebenfalls 1981 gestoppt, da in diesem Jahr der Lizenzvertrag mit Mazda ausgelaufen ist. Fünf Jahre vorher, 1976, übernimmt Kia den koreanischen Hersteller Asia Motors, der in den 70er Jahren eng mit Fiat verbandelt war. 1978 stellt Kia den ersten in Korea entwickelten Diesel-Motor vor.

Von 1979 bis 1981 produzierte Kia die Modelle Peugeot 604 und Fiat 132 für den koreanischen Markt unter Lizenz. Zwischen 1981 und 1986 produzierte Kia keine PKWs, der Fokus wurde ganz auf die Produktion von Nutzfahrzeugen wie den Kia Bongo gelegt, der parallel mit dem Mazda Bongo (bei uns bekannt als E-Serie) produziert wurde und immer noch wird.

Doch bereits 1983 unterzeichnete Kia einen neuen Lizenzvertrag mit Mazda, der wieder eine Fahrzeugproduktion ermöglichte und zum Grundstein des Kia-Erfolgs auch in Österreich werden sollte. 1986 ging es bei Kia wieder mit PKWs los, das erste und erfolgreichste Modell war der Kia Pride, der bis ins Jahr 2000 (!) erfolgreich verkauft wurde, auch in Österreich, und der auf dem Mazda 121 basiert. Insgesamt wurden über 2 Millionen Stück gebaut.

Gegen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre wurden bei Kia viele verschiedene Modelle auf Mazda-Basis gebaut, vom Concord über den Capital bis zum Potentia, doch erstens kennt die außerhalb Koreas niemand und zweitens sind sie für die Geschichte des Unternehmens nicht interessant.

Erst der Kia Sephia, auch auf Mazda-Basis, setzte wieder einen Meilenstein in der Kia-Geschichte, denn mit diesem Modell stiegen die Koreaner 1993 in den Europäischen Automarkt ein.

Die weitere Geschichte Kias und der steile Aufstieg der Marke in den letzten 10 Jahren dürfte damit bekannt sein.

Wierus

Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Kias Anfänge mit Mazdas Hilfe

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Mein Gott! Den Peugeot 604 wollte schon auf normalen Märkten keiner haben…
    Davon wusste ich bislang noch nichts, sehr aufschlussreich.

  2. Pingback: Die Daewoo-Opel « Lukas Wieringer

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