Die Daewoo-Opel

Das Korea-Special geht in die nächste Runde!

Nach der Vorstellung der Hyundai-Anfänge und Kias Geschichte möchte ich heute den Schleier um die Frühgeschichte der Marke Daewoo lüften, die bei uns Mitte der 90er Jahre mit dem charakteristischen „Lippen-Werbespot“ (Däjuuuuhhhh!) bekannt wurde und seit einiger Zeit als „Chevrolet“ verkauft wird.

Der Daewoo-Konzern besteht als Hersteller von Booten, Industrieanlagen etc. seit 1967 und arbeitet in seiner Autosparte eng mit GM zusammen. Der erste Wagen, den Daewoo seit Mitte der 70er Jahre in Zusammenarbeit mit GM produzierte war der Daewoo Royale, eine Lizenzproduktion des Opel Rekord D.

Gebaut wurden die ersten Royale von Shinjin, der Autosparte von Daewoo, die jedoch schon vor Beginn der 80er Jahre im Daewoo-Konzern aufging. Vom Shinjin-Royale der ersten Generation wurden über 12.000 Stück produziert, obwohl er nur 3 Jahre gebaut wurde. Es gab ihn mit 1.5 und 1.9 Liter-Maschine in allen möglichen Versionen, auch als Taxi, Staatslimousine und Sportversion. Zum Modelljahr 1980 folgte dann die Umstellung des Royale vom Rekord D auf die Basis des Rekord E, wieder in sämtlichen Versionen (Prince, Salon, Duke, XQ etc.), auch als Facelift, Diesel und Luxus-Version Salon.

Man beachte bitte die fehlende Kopfstütze des Beifahrersitzes, dass der chauffierte Chef, der natürlich rechts hinten sitzt, freie Sicht nach vorne hat. Die Karosserie-Bleche für den Royale wurden bei Holden in Australien hergestellt und nach Korea geliefert, die Luxus-Versionen bekamen zeitweise die Schnauze des Senator A verpasst. Produziert wurde der Royale bis 1991, abgelöst vom Daewoo Prince:

Ebenfalls auf Basis des Rekord E, optisch jedoch sehr stark am Senator B und vor allem am Holden Commodore angelehnt, wurde der Prince bis 1999 für den koreanischen Markt produziert! Bitte nicht vergessen: Immer noch auf Basis des Rekord E!

Der Royale war in Korea zwar schon ein Luxusauto der gehobenen Mittelklasse, aber kein Vergleich zum Daewoo Imperial!  Der Imperial von 1988/89 baut auf dem Senator A auf, auch wenn man es beinahe gar nicht mehr erkennt und ist mit dem 3 Liter Reihensechser mit 156 PS von Opel ausgestattet.

Die Ausstattung war einer Limousine der Luxusklasse mehr als würdig, serienmäßig hatte der Daewoo Imperial Automatik, digitale Instrumente, Stereo-Radio mit Kasettendeck, Tempomat, Klimaautomatik, 4 EFH, Zentralverriegelung, Reiserechner /Tripcomputer, Sitzheizung vorne UND hinten, elektrisch verstellbare Rücksitzbank, Autotelefon uvm.

Doch nicht nur Oberklassewagen von Opel wurden bei Daewoo umgestrickt. Von 1982 bis 1985 wurde auch der Opel Kadett C als Daewoo Maepsy produziert, optisch schon ganz im Stil der nüchternen 80er Jahre.

Als Nachfolger fungierte der Kadett E, der unter verschiedenen Namen (Daewoo LeMans, Racer etc.) angeboten wurde und der in den 90er Jahren die Basis für den Nexia, den ersten in Europa verkauften Daewoo, bereit stellte. In Usbekistan läuft der Nexia übrigens immer noch neu vom Band!

Eine kleine Geschichtsstunde über SsangYong und Asia Motors wird wohl noch folgen, aber da gestalten sich die Recherchen schwieriger als gedacht. Bleibt dran, ich hab da ein paar einmalige Infos auf Lager!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Die Daewoo-Opel

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Ich habe mich bei denen immer gefragt, wer die bei der Aussprache / Schreibung des Namens beraten hat…

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