Schaf im Wolfspelz

Im Herbst 2006 war´s soweit, der Winter stand vor der Tür und ich hatte keine Lust mehr auf die rostende Diva mit Stern und ohne Traktion, also musste wieder was Spaßiges her. Etwas, das mich auch im Winter über Schanzsattel, Alpl und Strassegg bringt, ohne nervige Kettenmontage und dauernden Blick auf die Schneefallvorhersagen.

Ich hatte Bock auf einen Subaru. Die bald auslaufende zweite Generation des Impreza gefiel mir besonders mit der „Nasenbär“ genannten Schnauze des zweiten Facelifts schon immer sehr gut und als dann das Einstiegsmodell Subaru Impreza 1.5R SportsWagon vorgestellt wurde, schlug ich zu. Bestellt im Oktober 2006, konnte ich ihn zu Weihnachten abholen. Erstzulassung 23.12.2006! 🙂

Mein erster Neuwagen, was war ich stolz! Ein paar Extras (Metalliclack, Sportauspuff aus dem Werkszubehör, Nebelscheinwerfer, verchromte Einstiegsleisten usw.) hievten den Preis des 105PS-starken Einstiegsmodells in lichte Höhen. Wenn ich heute bedenke, welch grandiose Autos ich um das Geld kaufen und einige Jahre erhalten hätte können, wird mir ganz anders… Doch ich war jung, hatte das Geld und war heiß auf die Erfahrung, endlich einen Wagen zu fahren, bei dem ich der erste bin, der in den Sitz furzt.

Doch nach einigen Tausend Kilometern wurde mir bewusst, dass der 1.5 Liter Einstiegsmotor mit seinen 105 Pferdchen absolut nicht mit dem knackigen Fahrwerk und der direkten Lenkung des Impreza harmonierte. Wenn man ihn langsam fuhr, war er zu nervös, flott gefahren wurde das ganze Fahrzeugkonzept dann plötzlich stimmig, doch dann passte der Motor nicht mehr. Der kleine, tapfere Boxer jubelte konstant zwischen 5000 und 7200 Umdrehungen, um die Fuhre vom Fleck zu bewegen.

Und doch hatte ich großen Spaß mit dem kleinen Schaf im Wolfspelz, von dem einige Verkehrsteilnehmer glaubten, einen WRX vor sich zu haben. Verstärkt wurde dieser Effekt von, als ich im Sommer 2007 dann auf 16-Zoll-Leichtmetallräder vom Impreza GT Turbo umstieg:

Optisch nach wie vor genau mein Ding, nervte mich der drehmomentlose Motor, der mangels Leistung immer voll gefahren werden musste, mit Verbräuchen zwischen 10 und 13 Liter Super, und so entschied ich mich im November 2008 dazu, den Wagen nach nur 24.000km zu verkaufen. In Sachen Wertverlust natürlich ein Wahnsinn, aber er musste weg. Musste Platz machen für ein Alltagsfahrzeug, das mir viel mehr Freude machen sollte, auch oder gerade weil es viel älter, langsamer und billiger war. Aber das ist eine andere Geschichte!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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5 Antworten zu Schaf im Wolfspelz

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