Tschüß, Daihatsu!

Kurz vorm Abflug, der Flieger wartet schon, beschäftigt mich noch ein Thema, das ich in den Raum stellen möchte. Und zwar der Rückzug Daihatsus vom europäischen Markt und der „neue“ Charade, der ein umgelabelter Toyota Yaris ist.

Auf der Homepage von Daihatsu Deutschland kann man ihn bereits bewundern, bei Toyota gibts ihn auch noch zu kaufen. Doch zum Preis von 13.990 Euro wird man den auslaufenden Yaris II, es steht bei Toyota ja schließlich schon das Nachfolgemodell Yaris III vor der Tür, nicht gerade erfolgreich als Charade verkaufen können. Auch wenn mit dem Namen viel Tradition und Geschichte mitschwingt, vom Bullaugen-Coupe bis zum Charade GTti.

Das japanische Traditionsunternehmen Daihatsu, das als Hatsudoki Seizo Company bereits seit 1907 (!) existiert und ab 1951 Daihatsu heißt, verkaufte in den letzten Jahren so wenige Fahrzeuge wie schon lange nicht mehr. Die Verkaufszahlen in Europa sanken von 57.700 Stück im Jahr 2008 auf 36.300 Exemplare im darauffolgenden Jahr, 2010 waren es nur noch 19.300 Autos europaweit. Und mit der Rückzugsankündigung Anfang 2011 werden die Verkaufszahlen nicht gerade steigen, auch wenn Daihatsu natürlich sämtliche Garantieleistungen beibehalten und die Ersatzteilversorgung für die Zeit danach sicherstellen will.

Doch wenn man sich die Modellvielfalt des Herstellers auf dem Heimatmarkt betrachtet http://www.daihatsu.co.jp/lineup/index_lineup.htm , kommt man doch ins Grübeln, ob man bei Daihatsu in den letzten Jahren in Sachen Europa-Strategie nicht einige schwerwiegende Fehler gemacht hat. Von pfiffigen Kleinwagen über praktische Microvans für Jungfamilien und in Innenstädten bestens aufgehobene Kleinstlieferwagen bis hin zu maßgeschneiderten Lösungen für körperbehinderte Menschen bietet Daihatsu für jedes Kleinwagenfahrer-Herz die passende Lösung. Bloß nicht bei uns.

Wie im Januar 2011 verkündet, verlässt Daihatsu den europäischen Markt im Januar 2013, da die Verkaufszahlen des japanischen Kleinwagenspezialisten steil nach unten gingen. Ein möglicher Grund für die sinkenden Verkaufszahlen soll die Produktion in Japan sein. Aufgrund des starken Yen und der höheren Fracht- und Logistikkosten könne man mit den hauptsächlich in Europa produzierten Kleinwagen der Konkurrenz preislich nicht mehr mithalten, der Gewinn wäre zu gering. Nachvollziehbar, und trotzdem ist es schade. Denn damit sterben bei uns die in Japan produzierten Kleinwagen langsam aber sicher aus. Und dass Made in Japan ein Gütesiegel ist, auch wenn der eingebildete Europäer das so nicht hören möchte, steht schon lange fest!

Wierus, und weg…

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Tschüß, Daihatsu!

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Und bei mir schwingt da im Hinterkopf noch die Frage mit: Blueht Subaru das in 5 oder 10 Jahren auch?

    • Lukas Wieringer schreibt:

      Wäre möglich, ja. Aber da sind die US-Verkaufszahlen so mächtig, dass Europa so nebenbei mitläuft. In Österreich steigen die Subaru-Verkaufszahlen seit dem Boxer-Diesel zwar steil nach oben, aber so ein kleiner Markt ist sicher nicht relevant. Die USA halten Subaru aufrecht!

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