„Was kost´der Rost?“

TV-Serien wie „Der Checker“ oder die Rubrik „Det sucht“ beim Motormagazin Grip erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, eine wachsende Zahl interessierter Laien sitzt gerne vor dem Fernseher und sieht dabei zu, wie selbsternannte Gebrauchtwagen-Experten versuchen, Unfallschäden und durchgerostete Auspuffrohre zu erkennen. Ob es sich dabei um fiktive Geschichten oder reale Storys handelt, ist gar nicht so wichtig, ich finde es nur an der Zeit, diese Gebrauchtwagen-Kauf-Serien kritisch zu beleuchten!

Worum geht´s denn dabei eigentlich? Ein selbsternannter Gebrauchtwagen-Experte sucht für einen Normalo einen bestimmten Wagen, bekommt das Budget vorgegeben und wählt 3 Autos aus, die er sich ansieht. Aus diesen Dreien wählt dann der Interessent ein Fahrzeug aus, dass er dann kauft. In der Regel handelt es sich dabei um fingierte Käufe, klar, ist ja auch nur Fernsehunterhaltung. Und doch ist die Vorgehensweise dieser Gebrauchtwagen-Checker frag würdig!

Es wird bei solchen Fernsehbeiträgen nicht nur Halbwissen der „Experten“ zur Schau getragen, sondern auch unverschämt gefeilscht und ohne Respekt mit dem Eigentum anderer umgegangen. Sieht man sich Det Müller von „Det sucht“ an, fällt immer wieder auf, dass Herr Müller ungeniert gegen Seitenschweller tritt, sich mit Nietenjeans auf Kotflügel setzt oder mit dem Schraubendreher am Unterboden wild herumkratzt. Sprüche wie „Was kost´der Rost?“ mögen ja noch lustig sein, aber wenn er dann versucht, die Hälfte des Kaufpreises runter zu handeln, weil „der Wagen ja eigentlich Schrott ist, den keiner haben will“, dann stößts mir schon sauer auf.

Keine Frage, es treiben sich am Gebrauchtwagenmarkt sehr viele Gangster, Betrüger und Roßtäuscher herum, die geschönte Leichen zu Wucherpreisen an nichtsahnende Laien bringen. Und trotzdem muss es möglich sein, als Gebrauchtwageninteressent oder meinetwegen „Checker“, mit gewissem Respekt vor dem Eigentum des Verkäufers zu handeln. Denn auch wenn jemand bekannt ist und ein Fernsehteam hinter sich hat, gegen den Seitenschweller eines fremden Autos zu treten ist und bleibt nicht akzeptabel!

Klar, oftmals sind solche Serien gefaked, sprich es werden fiktive Geschichten erzählt, und trotzdem ist die Vorgehensweise der Herren Experten problematisch. Denn der kleine Autofreak auf der Straße, der diese Sendungen sieht, nimmt sich im schlimmsten Fall ein Beispiel dran und versucht beim nächsten Gebrauchtwagenkauf auch, ob er den Schraubendreher nicht doch in den Schweller bekommt, wenn er nur lange und fest genug kratzt und stößt. Sollte sich jedoch der erste Interessent in Nietenjeans auf die Motorhaube oder den Kotflügel meines Autos setzen, ist die Sendung 😉 für denjenigen jedoch sofort vorbei!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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3 Antworten zu „Was kost´der Rost?“

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Dem ist wirklich mal wieder nichts hinzuzufügen [!]

  2. Snorrsenkel schreibt:

    eine etwas einseitige sichtweise, finde ich. ich beziehe mich jetzt mal kurz auf „det müller“.

    ich finde, dass er zwar einen dreisten und frechen umgang mit den verkäufern hat, aber diese übertreibung und die sprüche gehören einfach zum konzept der show.

    dass er den halben preis gedrückt hat, habe ich noch nicht gesehen. vielleicht war das bei 1.000€ autos?
    die preisverhandlung und alles andere liegt meiner meinung nach voll im ermessen des verkäufers. selbst wenn ein herr müller der meinung wäre, nur die hälfte zu bezahlen muss man als verkäufer noch lange nicht darauf eigehen.

    ich persönlich würde eine kaufanfrage dieser sendung dankend ablehnen. 🙂

  3. Snorrsenkel schreibt:

    …im übrigen finde ich es auch immer wieder amüsant, wie in diesen fernsehformaten japanische fahrzeuge konsequent ignoriert werden.

    das zeigt eigentlich schon wie flach der horizont ist, was fahzeugkenntnis angeht.

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