Der Löwe beißt ein zweites Mal…

Im Herbst 2007, ich hatte immerhin schon seit einem knappen Jahr kein Auto mehr gekauft, bekam ich einen Anruf von einem Bekannten. Über unzählige Ecken hätte er von einem Subaru 1800 gehört, Baujahr Anfang der 80er Jahre, genaueres wisse er noch nicht. Er selbst würde ihn nicht kaufen, aber wenn ich Interesse habe, könne er sich ja umhören. Klar, warum nicht, schauen kann man ja mal, also sagte ich ihm mein Interesse zu und es verstrichen wieder einige Monate.

Bis an Neujahr 2008 das Telefon läutete. Der Bekannte war dran, ich könne den Leone nun anschauen. Auch gut, nichts wie hin. Zwei Tage drauf trafen wir uns in der tiefsten Obersteiermark, vor dem Haus einer hochbetagten Dame. Ihr Mann sei verstorben, der Wagen stünde seit Jahren in der Garage. Nach dem Öffnen des Garagentors kam ein 81er 1800 Sedan GLF 4WD zu Vorschein:

Originale 114.000km auf der Uhr, aus Erstbesitz, Garagenwagen. 😉 Nach dem Aufpumpen der platten Reifen und mit Starthilfe sprang der EA81-Boxer an, lief sofort rund und sauber. Klar, alte Subaru-Motoren sterben nie, sie würden wohl vier Karosserien überleben. Unberührt und unverbastelt war der Leone nicht, doch das konnte man zum Preis eines Paars hochwertiger Herrenschuhe auch nicht erwarten, also schlug ich spontan zu und kaufte ihn. Einfach so.

Nach ein paar weiteren Hundert Euro, investiert in Schweißarbeiten, bekam er ohne weitere Probleme ein Pickerl und ich war im Besitz des vielleicht ältesten überlebenden Leone Sedan Österreichs.

Doch nach einigen Hundert gefahrenen Kilometern wurde mir schnell bewusst, dass der Leone II, den ich vorher noch nie gefahren hatte, absolut nicht meine Welt ist. Der Wagen lenkt dorthin, wo die Antriebseinflüsse ihn hin dirigieren, nicht dort wo der Fahrer hinlenkt. Das Fahrwerk ist bockig und hart, mit einigen Packungen schweren Fliesen im Kofferraum wurde er etwas geschmeidiger. Und auch wenn der Boxersound hammermäßig war und der Wagen seltener als ein 300 SL Flügeltürer, so war er absolut nicht meins. Es wollte kein wirklicher Spaß aufkommen, also verkaufte ich ihn im Juni 2008 zum Selbstkostenpreis an einen netten und absolut autoverrückten Mann aus Oberösterreich.

Lustig war sie schon, die Zeit mit meinem zweiten Leone. Doch noch einmal würde ich mir den Wagen nicht kaufen, wenn ich die Wahl hätte.

Mittlerweile ist es Sommer 2008 und das vorläufige Ende meiner Subaru-Laufbahn zeichnet sich am Horizont ab. Doch mehr dazu ein anderes Mal…

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Der Löwe beißt ein zweites Mal…

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Bockig trifft es wohl… habe meinen ersten Winter in diesem Wagen verbracht – auf Schnee gar nicht so übel, aber unter normalen Fahrbedingungen wirklich ein wenig Schmerzhaft. Die kurze Version davon ist noch schlimmer.

  2. Pingback: Lauf Pferdchen, lauf! « Lukas Wieringer

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