Jugend ohne Auto?

Nach einigen Wochen Recherche und vielen Gesprächen mit jungen Menschen in Wien ist es nun endlich soweit, meine Ergebnisse zum Thema „Auto und Jugendliche“ sind ausgewertet und können veröffentlicht werden. Zu Beginn gleich einmal das Ergebnis:

Den Autoherstellern bricht wohl über kurz oder lang die Jugend weg!

Mittlerweile ist es auch schon bis in die Marketingabteilungen der Autohersteller durchgedrungen, dass die Generation der momentan 18- bis 30-jährigen, in Ballungsräumen lebenden, Menschen zwar vielerlei Interessen hat, aber Autos für diese potentielle Kundenschicht bei weitem nicht mehr so wichtig sind wie noch für die Generation davor.

Spricht man heute mit jungen Männern, früher die Autoverrückten schlechthin, zeigt sich der Sinneswandel ganz deutlich. Man kauft sich immer das neueste Handy, legt viel Wert auf angesagte Kleidungsmarken, teure Sonnenbrillen und fliegt dreimal im Jahr auf Urlaub. Fragt man sie jedoch, wie sie zum Thema Auto stehen, so haben zwar fast alle einen Führerschein, aber viele kein eigenes Fahrzeug und auch kein Interesse dran. immer das neueste iPhone mit permanentem Facebook-Zugang, ständig wechselnde Mädels und immer der neueste MP3-Player sind einfach wichtiger. Dafür geben sie Geld aus, dafür interessieren sie sich.

Zu einem beinahe identischen Ergebnis kam auch eine J.D. Power-Studie aus dem Jahr 2008, in der das Verhältnis der Generation Y (nach 1980 geboren) zu Autos und individueller Mobilität erhoben wurde. Laut der Studie fielen im Jahr 1988 noch 16,4 Prozent der Neuwagenzulassungen auf 18 bis 29 Jährige, so waren es 2009 nur noch 7 Prozent. Liegt zum einen an der immer längeren Haltbarkeit von Gebrauchtwagen, aber auch am Abklingen des Auto-Interesses dieser Generation. Dazu der französische Trendforscher François Bancon: „Teenager haben an Autos kein großes Interesse mehr. Sie sehen die Welt durch den Computer, bewegen sich im Internet statt auf der Straße und sind nicht an Produkten, sondern an Erlebnissen interessiert.“ In die selbe Kerbe schlägt Tom Matano, ein Industriedesigner und Marktforscher aus San Fancisco: „Der Anteil des Einkommens, den die Generation Y für Autos auszugeben bereit ist, wird immer kleiner werden!“

Outet man sich diesen Menschen gegenüber als Autofreak, wird man belächelt. Denn in ihren Augen ist man dann ein ewiggestriger Prolo mit zu kleinem Ego oder ein sogenannter „Tuning-Spinner“, peinlich auf alle Fälle. Aber da muss man durch! 😉

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Jugend ohne Auto?

  1. Alex schreibt:

    Nein diese Jugend.
    Interesse am anderen Geschlecht, Musik und Mode aber kein Auto, mit dem sie in den Ballungsräumen abends eine halbe Stunde einen Parkplatz suchen und die überfüllten Innenstädte noch weiter überfüllen (sollten??).

    Scheint ja glatt, als sei da tatsächlich mal verstanden worden, wie unnötig es in Ballungsräumen ist, dass jeder seine eigene Karre vor der Tür stehen hat.

    Das scheint ja nicht jedem zu schmecken, wie man solcher geradezu puritanisch-gekränkter Polemik wie „ständig wechselne Mädels und immer das neueste I-Phone“ unschwer entnehmen kann.

    Vorsicht vor mentaler Vergreisung Lukas, allzuweit entfernt von Gemaule der ständig auf alles und jeden schimpfenden, chronisch beleidigten und die gude oide Zeit zurücksehenden Mecker-Opas sind oben genannte Ergüsse nicht mehr entfernt.

    Bis dahin hast Du doch wirklich locker noch ein paar Jahrzehnte Zeit!

  2. Amelie Q schreibt:

    „(…) ständig wechselnde Mädels und immer der neueste MP3-Player sind einfach wichtiger. Dafür geben sie Geld aus, dafür interessieren sie sich.“ – Sicherlich haben junge Männer, genau wie junge Frauen, Interesse am anderen oder eigenen Geschlecht. Mädchen in einer Reihe mit käuflichen Statusobjekten zu nennen, ist jedoch falsch und schlechter Stil. Sexismus wird von den meisten jungen Menschen übrigens nicht geschätzt.

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