Ben van Berkels Benz-Koloss

Ben van Berkel aus Amsterdam war der Architekt, der mit Hilfe seines Architekturbüros die im Mai 2006 eröffnete Mercedes-Benz-Welt, bestehend aus dem Museum und dem Kundencenter, entworfen und geplant hat. Schön isses nicht, zugegeben. Zumindest wenn man es von außen betrachtet, wirkt der fast 48 Meter hohe Koloss unharmonisch. Der Mix aus wilden Kanten, großen Flächen und wild verteilten Glasflächen erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick.

Doch wenn man dann endlich drinnen steht und die futuristischen Aufzüge sieht, die einen ganz nach oben unters Dach bringen, wo man von der Standuhr, Daimlers erstem Motor, am Beginn der Motorisierung empfangen wird und sich neben Motor-Traisinen, dem ersten Motorboot und anderen zeittypischen Exponaten durch die Geschichte nach unten arbeitet, bis man nach 9 Ebenen in der Renngeschichte mit Silberpfeilen, Race-Trucks und DTM-Rennern ankommt.

Meine beiden absoluten Favoriten beim gesamten Museumsrundgang waren jedoch andere Fahrzeuge. Nicht die Supersportler heutiger Zeit, nicht die Luxuscabriolets der 30er Jahre oder die völlig überteuerten Gebrauchtwagen der Young-Classics-Reihe, sondern diese beiden Exponate:

Der Mercedes-Benz Renntransporter, ein 2001 präsentierter Nachbau des 1954er Renntransporters, der leider nur ein Jahr im Dienst war und 1967 verschrottet wurde. Auch wenn man schon Fotos von dem Fahrzeug gesehen hat, ist man von den Proportionen immer noch sehr überrascht. Der Wagen ist unglaublich flach, breit und sieht unvergleichlich elegant aus. Kein Lastwagen, eher ein Vorläufer heutiger Lifestyle-Pick-Ups:

Doch in Sachen spektakulärer Auftritt hat sogar der Renntransporter Konkurrenz zu fürchten, ausgerechnet von einem Arbeiter. 😉 Der spektakuläre Messwagen auf Basis eines Adenauer 300, umgebaut zum Glaspalast auf Rädern, sorgte für offenstehende Münder bei den Besuchern und viele fragende Gesichter.

Und auch wenn mir einige Episoden der Benz-Geschichte schmerzlich abgegangen sind (Puch G, AMG etc.), ist das Museum trotzdem einen Besuch wert. Nicht nur für Autofreaks und Benz-Geeichte, selbst meiner automäßig einigermaßen neutralen Reisebegleitung wurde es während des mehrstündigen Aufenthalts dank vielen Filmen und zeitgeschichtlichen Fakten nicht langweilig.

Eine Reportage zum zweiten großen Automuseum in Stuttgart, dem der Firma Porsche, folgt in den nächsten Tagen, bleibt also dran!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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