Das neue E-Klasse Coupe: Ein Blender!

Nach der Produktionseinstellung des zeitlos schönen Coupes auf Basis des W124 im Jahr 1996 sollte der CLK die Rolle des Charmeurs in der Produktpalette des schwäbischen Traditionsherstellers übernehmen. Zwar in Sachen Verkaufszahlen recht erfolgreich, doch optisch äußerst plump und wenig elegant. Zu allem Übel basierte er auch noch auf der damals aktuellen ersten C-Klasse, was ihn endgültig ins Abseits katapulierte. Auch der Nachfolger konnte das Ruder nicht herumreißen, das Projekt CLK was gescheitert.

Als Erweiterung zur 2009 präsentierten E-Klasse W212 gibt es nun endlich wieder ein echtes Coupe und Cabrio der E-Klasse zu kaufen, so wird es uns zumindest am Papier vorgegaukelt. Doch das neue E-Klasse Coupe ist nichts anderes als ein Blender!

Optisch im Vergleich zu seinem angeblichen Vorgänger C124 alles andere als elegant oder gar zeitlos, basiert das E-Klasse Coupe, wie schon die beiden CLK-Modellreihen vor ihm, auf der entsprechenden C-Klasse! Knapp 60 % der technischen Bauteile entsprechenen denen der E-Klasse-Baureihe, die Bodengruppe jedoch ist ident mit der C-Klasse W204. Legitim, aber durch die angeberische Namensgebung peinlich!

Doch nicht nur die Namensgebung fällt bei diesem Wagen durch, auch die Optik hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Für automäßig unbedarfte Mitbürger und die Unternehmers-Gattin von nebenan mag der Wagen ja total schick und repräsentativ wirken, im Vergleich zu seinem namenstechnischen Vorgänger zeigt sich jedoch, dass auch die Coupe-Linie nicht konsequent zu Ende gedacht wurde.

Beispiel Seitenfenster hinten: Beim C124 in voller Breite versenkbar, dank der fehlenden B-Säule bei versenkten Seitenscheiben luftig wie ein klassisches Coupe eben zu sein hat. Beim neuen Möchtegern-E-Klasse Coupe geriet die C-Säule deutlich zu flach und setzt zu weit hinten an. Dieser Design-Fehlgriff macht ein drittes, kleines Seitenfenster notwendig, das nicht nur bei geschlossenen Scheiben peinlich aussieht. Siehe Bild oben.

Die viel zu hohen und plumpen Fahrzeugflanken, die durch einige Blechkanten und Sicken aufgelockert werden sollen, in Verbindung mit dem Kuppeldach erinnern an einen fahrenden Luftschutzbunker, wo man bei älteren Modellen beste Rundumsicht durch große Fensterflächen genossen hat, wird einem heute die Sicht unnötig erschwert. Selbst die Front des Wagens, bei der aktuellen E-Klasse im Vergleich dazu sehr elegant und harmonisch gezeichnet, mag zwar sportlich wirken, hat aber mit ihrer Aggressivität an einem Coupe nichts zu suchen. Lediglich das Heck ist eines E-Klasse Coupes würdig.

Warum für viel Geld einen Angeber auf 4 Rädern kaufen, wenn es die idente Basis auch günstiger gibt? Wenn es schon ein E-Klasse Coupe sein soll, dann doch bitte als Originalversion in Gestalt des C-Klasse Coupe:

Mit B-Säule und ohne den Image-Vorteil der E-Klasse, aber basierend auf der identen Plattform steht beim C-Klasse Coupe wenigstens das drauf, was drin ist. Erfrischend in unserer Zeit der Blender und Angeber.

Wierus

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Über Lukas

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4 Antworten zu Das neue E-Klasse Coupe: Ein Blender!

  1. Svente schreibt:

    Und dann wird das C-Coupe auch noch durch E-Klasse Elemente aufgewertet.

    Den ersten CLK fand ich optisch ganz nett mit seinen einfachen Linien. Aber zuletzt und gerade das E Coupe…meh!

  2. snorrsenkel schreibt:

    dass konzept coupe ist für mich unschlüssig, wenn es sich dabei im grunde nur um zweitürige serienlimousinen handelt. ich meine, zählt ein kompaktwagen auch noch als coupe, wenn es weniger als vier türen hat? wohl kaum.

    ein coupe sollte mehr technische alleinstellungsmerkmale besitzen, ganz im stil von sportcoupes. eine komplett andere karosserie wäre zum beispiel auch wünschenswert.

    mercedes ist damals mit dem cls zumindest optisch einen ganz netten weg geganen, wobei ich den begriff „coupe“ bei dem fahrzeug eigentlich als frechheit empfinde. zudem fehlt es auch an kompromisslosigkeit am gesamtkonzept. die vier türen und die riesigen ausmaße sind überflüssig und ein trauriges zugeständnis an den „nutzwert“ des fahrzeugs.

    das bmw 1er coupe ist designtechnisch ganz nett, aber die unförmigen proportionen = AUA! geradezu eine beleidigung für den asphalt.

    ich vermisse die kleinen unterschiede und ich sehne mich zurück in alte zeiten, als man beim thema coupe nicht nur versuchte standart-scheisse zu vergolden, sondern bereit war von grund auf richtige coupes zu konstruieren.
    autos wie der bmw e31, oder der nissan 300zx kann man noch als originell bezeichnen, aber bitte liebe ingenieure: steckt diese peinlichen zweitürigen standartlimousinen zurück ins loch wo sie hergekommen sind! baut richtige coupes, oder lasst es ganz sein. 😉

  3. Chris Andy schreibt:

    ich kann diesen harten Worten nichts abgewinnen.

    Die Positionierung E oder C-Klasse auf der kleinen Plattform hat riesen Vorteile.

    Wer Luxus und Komfort will und die Technik der oberen Klasse setzt auf E. Inkl. Optik. Da weiß auch gleich jeder, dass es ein Reisecoupe ist für Langstrecke.

    Wer es sportlicher mag C.

    Ich sehe hier keinen Blender.

    Ist der 3er etwa ein Blender, weil der Baukasten Teile aus 1er und 3er kombiniert?

  4. icke schreibt:

    Was ist denn der c209? Kein echtes coupe ? Das ist eins. Der c208 ist keins.

    E klasse coupe naja…der 209 ist mit der schoenste nach den natuerlich top 124ern. Das sind tolle autos !!

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