Besser ein Ende mit Schrecken…

Jetzt ist es offiziell: Daimler stellt die Luxusmarke Maybach zum Sommer 2013 wieder ein, nachdem sie 2002 aufwendig wiederbelebt wurde. Wer sich jetzt wundert, dass „der Maybach“ überhaupt noch gebaut wird, ist mit seiner Verwunderung sicherlich nicht allein auf weiter Flur!

Aus Angst vor Rolls-Royce (in der Hand von BMW) und Bentley (VW-Konzern) versuchte man zum Millenium bei Daimler, die Traditionsmarke Maybach aufzuwärmen und bot eine langweilig designte Limousine in zwei Radständen an, die aussah wie eine aufgepumpte S-Klasse. Bemerkenswert: Die Maybach-Modelle 57 und 62 basieren nach wie vor auf der Plattform der Kohl-S-Klasse W140, die 1991 auf den Markt kam, die elektronische Basis stellt dessen Nachfolger W220.

Der Erfolg blieb erwartungsgemäß aus, die Verkaufszahlen erreichten nur die Hälfte der von Daimler gewünschten Prognosen. Die Preise zwischen 400.000 und 600.000 Euro waren wohl deutlich zu hoch angesetzt, das Design des Fahrzeugs von Anfang an zu zurückhaltend und mittlerweile angegraut, der Mitbewerb bietet interessantere und modernere Fahrzeuge für weniger Geld. Verwunderlich auch, dass es von Seiten des Herstellers zwar gelegentlich kleine Facelifts gab, ein neues Modell, längst überfällig, war jedoch bis zuletzt nicht in Sicht. Designklassiker wie der Toyota Century V12 oder der Land-Rover Defender können sich das erlauben, der Maybach nicht.

Der Versuch, die Marke Maybach im Luxussegment über Mercedes-Benz zu positionieren, ist nun also auch offiziell gescheitert. Der Nachfolger der in Sachen Optik ebenfalls für Diskussionen sorgenden S-Klasse W221, der im Jahr 2013 der Weltöffentlichkeit präsentiert werden soll, wird das Erbe des Maybach mit antreten müssen. Damit geht die Traditionsmarke nach 1941 bald ein zweites Mal unter. Wilhelm Maybach würde sich im Grabe umdrehen…

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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