Geteiltes Leid… mit Car2Go

… bleibt ganzes Leid, zumindest wenn es sich dabei um einen Smart handelt. 😉 Was wie eine gefährliche Drohung klingt, soll eines der innovativsten Nachverkehrskonzepte aller Zeiten sein, wenn man den Erfindern von „car2go“ glauben schenken kann. Im Grunde dreht sich alles darum, ein persönliches, öffentliches Nachverkehrsmittel innerhalb Wiens uneingeschränkt nutzen zu können.

Die Idee dahinter sieht wie folgt aus: Die Firma car2go, die zum Daimler-Konzern gehört (Ah, deshalb die Smarts! 😉 ), verteilt 500 Smarts auf das Stadtgebiet Wiens, wo die Fahrzeuge für jeden registrierten Kunden verfügbar sind. Ein registrierter Kunde bekommt eine Karte, mit der er jeden car2go-Smart, dem er begegnet, aufsperren, fahren und wieder absperren kann. Solange man sich innerhalb des markierten Geschäftsbereichs aufhält, kann man einen Smart uneingeschränkt nutzen und wieder abstellen. Sollte einen eine Fahrt aus Wien hinaus führen, ist das auch kein Problem, man muss nur zum „Zurückgeben“ innerhalb 24 Stunden wieder im Geschäftsgebiet sein.

Egal wo in Wien man sich grad befindet, man steigt in den ersten freien Smart, fährt wohin man will, parkt ihn dort und vergisst ihn wieder. Ein wenig wie in Grand Theft Auto, nur ohne vorher einen Fahrer aus dem Auto prügeln zu müssen. Um Parkgebühren oder Tankrechnungen kümmert sich car2go, der Kunde fährt und das wars. Doch eignet sich dieses Konzept wirklich, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten? Kommt car2go an oder handelt es sich dabei um eine Sackgasse auf dem Weg zur Autofreien Großstadt?

Beim Blick auf die Homepage des Autoverleihers zeigt sich, dass nur ein Bruchteil der Smarts unterwegs ist, die meisten Wagen stehen nur herum und nehmen öffentliche Parkplätze weg. Klar, das Konzept ist neu, die Mitgliederzahl noch sehr gering, doch langsam wirds Zeit, dass sich etwas tut. Denn es wird wohl nicht mehr lange dauern bis sich manch genervter Autofahrer über diese Dauerparker aufzuregen beginnt. Auch verleitet car2go dazu, kurze Strecken in der Innenstadt mit dem Auto zurück zu legen, anstatt mit der stickigen Straßenbahn oder dem versifften Bus. Somit würde man Öffifahrer aus den Öffis holen und sie in Autos setzen, die das Straßennetz zusätzlich belasten. Kann ja auch nicht der Sinn der Sache sein.

Noch handelt es sich dabei „nur“ um ein geschicktes Geschäftsmodell des Daimler-Konzerns, mit der Verleihung von Smarts Geld zu machen und um eine geschickte Werbestrategie, denn fast 300 Exemplare des jeweils neuesten Smart-Modells fungieren auch gleich als rollende Smartwerbung. Und das alles unter dem Deckmantel des Umweltschutzes.

Wie seht ihr das? Gute Idee oder Sackgasse?

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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6 Antworten zu Geteiltes Leid… mit Car2Go

  1. Dominik Meyer schreibt:

    Die Grundidee ist sicher nicht verkehrt. Aber wie ist es mit Schäden, etc… Bis da mal die Schuldfrage geklährt ist, müssen dann halt alle mehr zahlen, oder wie??

    • Lukas Wieringer schreibt:

      Mit Schäden oder Strafen sieht es wiefolgt aus: Durch die Chipkarte, mit der man einen dieser Smarts mietet, weiß die Firma car2go immer exakt, zu welcher Zeit welcher Kunde wo gefahren ist. Die Wagen sind Vollkaskoversichert, sprich man zahlt den Selbstbehalt, wenn man etwas kaputt macht.

  2. Dominik Meyer schreibt:

    Gut, dann ist das meiste geklärt. Was aber ist mit parkschäden, welche niemand meldet? Habe in meiner Lehrzeit viele Mobility(Carsharing) Fahrzeuge betreut. Nicht gemeldete schäden, waren da ein grosses Problem.

  3. Pingback: Zurück in die Zukunft « Lukas Wieringer

  4. Pingback: CarSharing wird immer trendyshare « Lukas Wieringer

  5. turboseize schreibt:

    Für Tagesrandzeiten mit ausgedünntem Takt oder Fahrplanunterbrechungen oder in Ballungsräumen mit katastrophaler Infrastruktur und disfunktionalem ÖPNV (Ruhrgebiet…) ist das sicher eine gute Idee.
    Auf die Idee, sich während der Stoßzeit im Berufsverkehr in so ein Ding zu setzen kommt hoffentlich niemand…

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