Modulares Einheitsauto ahead…

Jetzt ist es bald soweit, wir steuern auf die technische Uniformität zu! Zugegeben, für manch Hardliner war Henry Fords Erfindung des Fließbands in der Autoproduktion schon der erste Schritt zum Untergang des individuellen Fortbewegungsmittels Auto, doch mit der Einführung des Modularen Quer-Baukastens (MQB) geht der VW-Konzern noch einen riesen Schritt weiter und steuert auf das Einheitsautomobil mit unterschiedlichen Designs zu.

MQB, was ist denn das? Vereinfacht dargestellt handelt es sich beim Modularen Querbaukasten um eine Fahrzeugplattform mit quer verbautem Motor und Frontantrieb, auf dessen Basis in den nächsten Jahren 40 (!) verschiedene Modelle der Marken VW, Audi, Skoda und Seat entstehen sollen. Dabei reichen die Größenordnungen vom Kleinwagen Polo, über den Passat bis hin zum Touran. Das Hauptkennzeichen des MQB in Bezug auf die darauf aufbauenden Fahrzeuge ist die Flexibilität der Konstrukteure bei Länge, Breite und Radstand. Fix ist lediglich der Bereich zwischen der Vorderachse und den Pedalen. Auf dieser Basis werden technisch idente Fahrzeuge entstehen, die sich nur in der Karosserieform und der Ausstattung unterscheiden.

Mit dem MQB kommt es auch zum Einsatz einer neuen, für den Quereinbau ausgelegten, Generation von kompakter bauenden Diesel- und Benzinmotoren, die den fixen Einbauwinkel von zwölf Grad im MQB gemeinsam haben. Das Ziel dieser Baukastenstrategie sind 70% (!) Gleichteile-Anteil zwischen den einzelnen Baureihen. Vorderboden, Hinterboden, Vorderachse, Hinterachse, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit sind immer völlig ident.

In Zukunft wird es nur noch 4 Basisplattformen geben, auf welchen der VW-Konzern die Karosserien stülpt. Neben dem von VW verantworteten MQB ist Audi für den bereits seit 2007 im Einsatz befindlichen Modularen Längsbaukasten (MLB) verantwortlich. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um dieselbe Idee, nur mit längs verbauten Motoren. Porsche wiederum erhielt den Modularen Standardantriebs-Baukasten (MSB). Dabei handelt es sich um das klassische Längsmotor/Heckantriebs-Layout, das unter anderem für den Porsche Panamera II, den Bentley Continental Neu und ein künftiges Lamborghini-Modell verwendet werden wird. An der Basis regiert die Plattform namens New Small Family (NSF) als Basis für die Kleinstwagen VW up, Seat Mii und Škoda Citigo.

Es mag eine Revolution im Automobilbau sein, doch es ist ein weiterer Sargnagel für die technische Vielfalt in unseren Autos!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Modulares Einheitsauto ahead…

  1. snorrsenkel schreibt:

    oh, ein weiterer strategischer schritt für „das auto“ um die angestrebten expansionsziele auf dem weltmarkt zu optimieren und die aktionäre bei laune zu halten.

    die konsequentere version dieses prinzips findet man seit jahren im flugzeugbau bei den rivalisierenden herstellern boeing und airbus.

    ich finde es schade, dass „das auto“ mit seinen konservativen, technisch mittelmäsigen fahrzeugen überhaupt so erfolgreich ist. würde ich eine liste erstellen müssen, mit den wichtigsten erfindungen im automobilbau, dann wäre volkswagen darauf schlicht und einfach nicht vorhanden.

    zeitgemäß wäre eigentlich ein seriöser planungsansatz beim thema elektroantrieb, aber nunja…glücklicherweise herrscht kein kaufzwang.

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