Ein Wertdilemma in unseren Garagen?

So, nach einer technisch bedingten Pause meld ich mich wieder mit vielen Ideen und interessanten Artikeln zurück! Mein Comeback nach der kurzen Pause möchte ich mit einem Thema einleiten, das mir schon lange im Hinterkopf herumspukt und mich schon seit Jahren beschäftigt.

Habt ihr euch schon einmal mit dem Verhältnis zwischen „Zeitwert unserer Youngtimer“ und dem „Restwert im Schadensfall“ beschäftigt? Als recht umsichtiger Fahrer mit einer ordentlichen Portion Glück musste ich mich bisher noch nicht mit den Folgen eines Unfalls herumschlagen, doch schadet es nicht, sich bei Zeiten Gedanken für den Fall der Fälle zu machen.

Als Beispiel zur Erläuterung dient mir ein 75er Toyota Corolla KE30 Stufenheck mit originalen 40.000km in Jahreswagenzustand, der zur Zeit gerade durch heimische Gebrauchtwagenbörsen geistert. Der hier:

Der Wagen soll noch nie einen Winter gesehen haben, sich in unberührtem Originalzustand befinden und 7990 Euro kosten. Klingt vernünftig, schließlich dürfte es hierzulande beinahe unmöglich sein, einen weiteren Corolla E3 in einem ähnlich schönen Zustand zu finden, der nicht restauriert wurde. Also wo liegt das Problem?

Wer in gängige Youngtimer-Preislisten deutscher Klassik-Magazine blickt und den E3 findet wird feststellen, dass in diesen Blättern ein Zeitwert von ~ 3000 Euro für einen solchen Wagen in sehr gutem Zustand angegeben wird. Zwar wie so oft völlig an der Realität vorbei, aber leider gängige Praxis, um die Preise und damit auch die Anerkennung japanischer Old- und Youngtimer möglichst am Boden zu halten. Die könnten ja den deutschen Modellen gefährlich werden… 😉

Wer sich jetzt diesen Corolla um 7500 Euro kauft und damit mit gerechtfertigtem Stolz herumkurvt sollte jedoch wissen, dass er im Schadensfall wohl maximal die Hälfte des Kaufpreises als Restwert von der Versicherung ausbezahlt bekommt und damit keine Chance hat, den Wagen in den Ausgangszustand vor dem Crash zurück zu versetzen.

Klar, Neuwagen haben einen hohen Wertverlust und im Schadensfall gibts auch nur mehr einen Bruchteil des investierten Geldes, das haben Autos so an sich, aber mir geht es um das Preis- und Wertproblem vieler Youngtimer im Allgemeinen. Beinahe jeder Youngtimer, der nicht aus deutschen Landen kommt oder ein US-Muscle-Car ist, wird seit Jahren in sämtlichen Zeitwerttabellen mit lächerlich niedrigen Zahlen diskriminiert, die völlig an der Realität vorbei gehen und doch als Referenz für Versicherungen und Gutachter herhalten!

Wird Zeit, dass die Szene geeint und geschlossen gegen diese Frechheit vorgeht und selbsternannte Experten wie die Classic-Data aufklärt, wie es wirklich aussieht. Da draußen, in der Realität!

Wierus

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Ein Wertdilemma in unseren Garagen?

  1. snorrsenkel schreibt:

    mhm, bei älteren fahrzeugen wird nicht der zeitwert, sondern der marktwert zur wertermittlung verwendet. bei japanischen old- und youngtimern ist nunmal die nachfrage gering, deswegen die niedrigen preise bei der anschaffung.

    ich finde es eher diskriminierend, wenn top erhaltene japanische youngtimer zu schleuderpreisen im internet „verschenkt“ werden.

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