In Japan leben die Dinos noch!

Es gibt sie immer noch, die automobilen Dinosaurier. Fahrzeuge, die seit dem Höhepunkt der automobilen Robustheit unverändert produziert werden, weil es einfach nicht notwendig ist, sie zu ersetzen. Mit dem Ende des letzten amerikanischen Vertreters dieser aussterbenden Rasse, dem Ford Crown Victoria, bleiben noch zwei Dinos übrig, die technisch aus dem Stand der 80er Jahre sind auch hoffentlich noch lange bleiben werden: der Toyota Comfort und der Nissan Cedric!

Als Nachfolger der Cressida-Reihe lancierte Toyota 1995 den Comfort, der mit seiner betont nüchtern gestalteten Karosserie und relativ simpler Technik (2 Liter Benziner mit 79PS und LPG, 4-Gang-Wandlerautomatik, hintere Starrachse) in erster Linie den Taxi- und Großkundenmarkt bedienen soll.

In Japan genauso wie in Hong Kong und Singapur dominiert das Modell heutzutage den Taxi-Markt. Das Modellprogramm umfasst die Ausstattungsvarianten Standard, Deluxe und SG. Eine Version mit 10 cm längerem Radstand ist unter der Bezeichnung Crown Comfort erhältlich. Diese Version wird primär als Chauffeurlimousine und VIP-Shuttle benutzt. Das AutoDoor genannte Zugangssystem erlaubt es dem Fahrer, über ein Gestänge die Fondtür auf der Beifahrerseite zu öffnen. Der Comfort galt bei der Präsentation im Jahr 1995 schon als technisch wie optisch sehr konservativ, mittlerweile im Vergleich zu modernen Modellen als veraltet, doch genau das macht seine Stärke aus. Toyota kalkuliert mit einer Haltbarkeit im Taxibetrieb von 500.000km bis zur fällige Überholung von Motor und Getrieben.

Als direkter Konkurrent zum Comfort fungiert der Nissan Cedric YPY31, der bereits seit 1987 gebaut wird und bis auf Details dem Konzept des Toyota Comfort entspricht.

Japanischen Modellzyklen entsprechend, wurde der 87 präsentierte Cedric Y31 bereits 1991 wieder durch ein Nachfolgemodell ersetzt, doch für das FLottengeschäft einfach weiter produziert. Bis heute. Auch technisch entspricht der Cedric dem Toyota, sein 2 Liter Vierzylinder stellt im Flüssiggas-Betrieb 99 PS zu Verfügung, über eine Wandlerautomatik ebenso an die Hinterachse übertragen. Der Cedric war uns ist auch als Polizeifahrzeug im Einsatz und wird nicht ins Ausland exportiert. Schade eigentlich.

Zum Abschluss ein Appell an die Herrn beim Daimler in Stuttgart: Legt doch den W124 oder den W210 als E200 mit LPG-Umbau wieder neu auf. Jede Wette, dass euch Taxiunternehmer die Fahrzeuge aus den Händen reißen.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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