Warum ich Ferrari widerstehen kann…

Beinahe jeder Mann hat in stillen Nächten schon davon geträumt, mit seinen Händen über die sinnlichen Kurven zu streichen, jeden Zentimeter der gerundeten Außenhaut zu erfühlen, zu spüren, zu entdecken. Wer einfühlsam die richtigen Worte findet und es versteht, sich auf das Geschöpf einzulassen, dem wird beim Aufschrei der Diva  ein wohliger Schauer über den Rücken jagen. Nach einem Tag mit einer solchen Lady sinkt man erschöpft aufs heimatliche Sofa und lässt den Glücksgefühlen freien Lauf.

Sorry Jungs, die Rede ist nicht von Angelina Jolie oder der amtierenden Miss Austria, hier geht´s um die Diven aus Maranello! Doppelt sorry, Jungs, ich muss es euch gestehen: Mir hat sich die Faszination Ferrari nie erschlossen.

In der Volksschule, als meine Klassenkollegen nur vom Ferrari F40 geträumt haben, hing bei mir ein Poster von Christian Karlberger vor einem Pajero V20 überm Schreibtisch. Zum Führerschein konnte mich die beliebteste Fahrschule der Gegend nicht mit der „Perfektionsfahrt im Testarossa“ locken. Zu der Zeit hatte ich einen Heidenspass, ins viel zu große Lenkrad des Fahrschul-T3 mit 50 Saugdiesel-PS zu greifen und direkt über der Vorderachse von Bodenwelle zu Bodenwelle zu schwingen. Mangels Klimaanlage manchmal auch mit rotem Kopf. 😉

Meine Mitlife-Crisis sollte ja noch ein paar Jahren entfernt sein,  aber angenommen, ich könnte mir jetzt einen Ferrari leisten. Der Spaß am Kauf würde mir spätestens dann vergehen, wenn mich der braungebrannte Yuppie im Händlerschauraum von oben bis unten mustert, ob ich einer Probefahrt überhaupt würdig bin. Sollte er mir, mit meinem „Top Gear“-Shirt und dem Camry-Schlüsselband, jemals den Schlüssel zum Mondial in der letzten Reihe auf dem Kiesplatz hinter der Werkstatt in die Hand drücken, geht der Spießrutenlauf nach dem Verlassen des Werksgeländes erst richtig los.

Kinder von 3 bis 83 zeigen aufgeregt mit dem Finger auf dich, an der Ampel wirft dir der Fahrer des Bau-Lasters auf der Nebenspur lüsterne Blicke zu, die hoffentlich nur deinem Auto gelten und manch seriöser Familienvater im Octavia TDI kommt auf die Idee, testen zu wollen, ob man den „G´stopften im Ferrari“ wohl mittels Lichthupe und 25cm Sicherheitsabstand zu einem kurzen Rennen über die Autobahn überreden könnte.

Nein danke, der exaltierte Auftritt ist nicht meine Welt. Mein Kleidungsstil lässt sich am ehesten mit „konservativ“ beschreiben, die heißumkämpfte Klassenschönheit hat mich nie gereizt und in Tiefgaragen parke ich gerne ohne großes Publikum ein.

Doch ich muss euch noch etwas gestehen – Dem Charme eines Ferrari 412 in Dunkelblau, wie er heute vor mir an der Ampel stand, kann auch ich mich schwer entziehen, denn der ist leider geil. Auch wenn ihn manche für ein Mazda 929 Coupe halten… 😉

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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3 Antworten zu Warum ich Ferrari widerstehen kann…

  1. Michael Tieber schreibt:

    Als wenn noch jemand da draußen, uns eingeweihten ausgenommen, ein 929 Coupe erkennen würde! 😉

  2. snorrsenkel schreibt:

    Warum ist ausgerechnet dieser Artikel so oberflächlich? Sowas kenne ich sonst nur vom Stammtisch. 😉

    Kein anderer Hersteller versteht es radikale, kompromisslose Sportwagen zu bauen wie Ferrari. Die Firma ist der Inbegriff des echten Automobilen Individualismus.

    Der Klang, die Fahrdynamik, die Kompromisslosigkeit, wie kann man sowas nur Verschmähen?

    Wo findet man heute noch einen Hersteller, der Hochdrehzahl V8 Saugmotoren aus Aluminium baut? Gepaart mit renntauglichen DSG-Getrieben! Ein Traum! In Zeiten, wo jeder andere Motor mit sportlichem Anspruch mit Turbos und Kompressoren künstlich aufgeblasen wird…

    Ich würde mich nicht als Ferrari-Fan bezeichnen, aber ich weis die Autos im Detail sehr zu schätzen. Der F430 ist beispielsweise eines meiner Lieblingsautos. Er ist reduziert auf das wesentliche: seine Fahrdynamik. Keine Rückbank, kein angehangener Kofferraum, wenig Kompromisse. Selbst der Mensch muss sich den besten Platz im Fahrzeug mit Motor und Getriebe teilen: in der Mitte des Autos.

    Das ist die Romantik von Mittelmotorautos. Der Mensch und sein Platzanspruch im Auto steht nicht mehr im Vordergrund, sondern die Fahrdynamik. Jede Limousine, jeder Kombi ist nunmal nur ein Kompromiss aus Komfort und Nutzwert. WIE SCHADE!

    Ich finde es schön, dass es Hersteller gibt, die Autos nicht auf ihren Nutzwert reduzieren müssen und einfach Fahrmaschinen bauen, ohne auf die Kosten zu schauen. Schade nur, dass sowas in falschen Händen als Statussymbol oder Museumsstück enden muss, oder dass man sich vor Neidern und Gaffern endlos Rechtfertigen muss.
    Denn begraben unter diesem ganzen oberflächlichen Imagekram baut Ferrari einfach nur verdammt gute Sportwagen.

  3. Daniel schreibt:

    Ich respektiere Deine Meinung (ich bin selber kein Ferrari-Fan, aber ein Sportwagenfan) aber ich kann Dir aus Erfahrung sagen dass man mit ernsthaften Interesse auch ohne Musterung problemlos eine Probefahrt bekommt; zumindest meine Erfahrung ist das, ich habe schon Probefahrten in Aston Martin, Ferrari, McLaren, Lotus, etc. bekommen und ich sehe wirklich nicht nach viel Geld aus.

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