Van-sinns Käfer

Es klingt fast romantisch. Ein junger Automobil-Designer, Curtis Brubaker, sitzt Ende der 1960er Jahre in Newport Beach/Kalifornien am Strand und stört sich am Anblick der unzähligen verbeulten und verrosteten VW Busse, die von Surfern und Hippies als Nachtlager, Umkleidezimmer, Liebesnest und Partybus genutzt werden. Da schießt ihm die Idee zu einer Van-Alternative durch den Kopf, die „Brubaker Box“ war geboren.

Nach der Präsentation des Kit-Cars auf der Los Angeles International Motorsports Show, das Echo war enorm, die Nachfrage auch,  entschloss sich Mr. Brubaker im März 1972 die Serienfertigung anzugehen und den ersten US-Mini-Van zu produzieren. Das Besondere an dem kleinen One-Box-Fahrzeug war nicht die Käfer-Basis, sondern die Schiebetür als alleinige Möglichkeit, das skurrile Mobil zu betreten und auch wieder zu verlassen.

Aufgrund der wegweisenden GFK-Bauweise gelang es der Brubaker Motor Company, das Gewicht des Vans auf Käfer-Niveau zu halten, sodass der serienmäßige Käfer-Boxer drin bleiben konnte. Vorne gabs zwei komfortable Sitze mit Armlehnen und im Heck eine Sitzgruppe mit Lounge-Charakter, noch lange bevor dieses Wort modern wurde.

Im ersten Monat kamen 5 Stück auf die Straße, laut Businessplan hätte die Produktion 400 Exemplare pro Monat erreichen sollen. Aufgrund mangelnder Kooperation von Volkswagen und finanziellen Problemen mit einigen Investoren schlief die Produktion jedoch schnell wieder ein. Ein besonders optimistischer Investor versuchte ab 1974 unter dem Namen „Automecca Sports Van“ mit der Brubaker Box selbst sein Glück, erfolglos.

Wer noch heute gerne Buggys auf Käferbasis fährt, doch aufgrund der eigenen Familienplanung oder schlicht aus Bequemlichkeit einen Kombi möchte, sollte sich nach einer Brubaker Box umsehen. Man muss auch nicht surfen können, um sie zu fahren.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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