Endstation Afrika

Völlig überladene LKWs kämpfen sich auf schlammigen Buckelpisten mitten durch die Demokratische Republik Kongo, mit 20 Insassen besetzte Kleinbusse fliegen auf üblen Buckelpisten durch Kamerun und täglich grüßt der Exportzettel an der Fahrertür des Corolla Kombi. Geparkt im 17. Wiener Gemeindebezirk. Ein irrer Themensprung, was? Doch talentierte Hobbydetektive haben die Gemeinsamkeit der drei Alltagssituationen natürlich sofort entdeckt. Bei allen Dreien geht´s um den Export.

Skurrile Hobbys hat man, oder nicht.  Ich steh zum Beispiel drauf, über die Sammelplätze der heimischen Export-Händler zu schlendern und mir auszumalen, was mit den dort geparkten Autos wohl passieren wird. Wo gehen die LKWs und Kleinbusse der heimischen Unternehmen wohl hin? Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie ihren Lebensabend wohl unter der sengenden Sonne Afrikas verbringen.

Und es wird einfach nicht langweilig! Stellt euch vor, euch verschlägt es nach Simbabwe und auf dem Sammeltaxi, das euch zur nächsten Ortschaft bringt, steht immer noch „Malermeister Edwin Bürstel, Deutsch Tschantschendorf“. Cool.

Vor einigen Tagen hab ich eine Doku über Spediteure gesehen, die eine irrsinnige Menge an Waren und darauf sitzende Menschen mit „neuen“ LKWs durch den Regenwald des Kongo transportieren und so die spärliche Wirtschaft am Laufen halten. Ein „neuer LKW“ ist es laut dem stolzen Fahrer immer dann, wenn das aus Europa importierte Gefährt in erster afrikanischer Hand ist. Es ging um einen Iveco TurboTech aus dem Jahr 1989.

Die Fahrt vom Verkäufer in Mistelbach oder Eibiswald auf den Sammelplatz und der Transport per LKW nach Genua ist Pipifax gegen die Reise, die noch vor den alten Kisten liegt. Meist geht es nach langer Seereise, vor der Anbauteile und Scheinwerfer demontiert und im Kofferraum verstaut werden, in Togo an Land. Von dort werden sie dann auf den halben Kontinent verteilt und das Abenteuer kann losgehen.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Endstation Afrika

  1. freudefinder schreibt:

    wobei es ja auch irgendwie ganz beruhigend ist, dass sie noch eine Verwendung finden und handgeflickt da noch manch Kilometer machen dürfen.

  2. Pingback: Sind Oldtimerbesitzer noch bei Trost? « Lukas Wieringer

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