Pininfarinas Unbekannte

Der Tod Sergio Pininfarinas Anfang Juli ist wohl an keinem Autoliebhaber vorüber gegangen. Zynisch, aber logisch: Ein idealer Zeitpunkt, um sich die Werke des weltweit bekanntesten Autodesign-Büros genauer anzusehen. Und so überschlugen sich sämtliche Fachzeitschriften mit Rückblicken, Huldigungen und Verneigungen.

Egal ob Ferrari Dino 246, den einzigen von Sergio Farina allein gezeichneten Wagen, oder Testarossa, egal ob Alfa Spider oder Peugeot 504, alles Klassiker. Auch und teils gerade wegen des faszinierenden Designs. Doch meine Leser wissen – Mainstream gibts hier nicht!

Daher möchte ich euch einige Wagen vorstellen, deren Design von Pininfarina stammt, doch niemand weiß es. Vorhang auf für Pininfarinas Unbekannte!

Ein echter Pininfarina, der Mitsubishi Lancer der achten Generation:

Damit rechnet wohl keiner. Dass der Pajero Pinin in Italien gezeichnet und produziert wurde, ist schon am Namen ersichtlich, aber dem Lancer traut man es nicht zu. Das Pininfarina-Logo als dezenter Hinweis am Kotflügel würde ihm nicht schaden, mehr Selbstbewusstsein täte Mitsubishi gut.Den aktuellen Lancer kann man seit 2007 erwerben, ob es einen Nachfolger geben wird, ist unklar. Wenn nicht, sollte der letzte Lancer als Farina-Schöpfung in den Klassiker-Olymp einziehen. Wird wohl nicht passieren…

Die Koreaner stehen dazu, bleibt nur die Frage warum. Der Hyundai Matrix by Pininfarina:

Entweder ist man stolz auf die Herkunft des Designs oder man möchte sich einfach nur abputzen. „Gebt uns nicht die Schuld an der verkorksten Optik des Matrix, den haben die Italiener verbrochen.“ Vielleicht handelt es sich beim Matrix mit seiner versetzten Gürtellinie und den obskur-geteilten vorderen Radläufen um einen ganz großen Wurf und ich seh es nur nicht. Dass man selbst kompakte Vans optisch ansprechend hinbekommen kann, zeigt uns Mazda mit den beiden Generationen des Mazda5. Ganz ohne Pathos.

Noch ein Mitsubishi, noch einmal Pininfarina, doch ganz im Gegensatz zum Lancer optisch sehr… äh… gewöhnungsbedürftig. Der Mitsubishi Colt CZC:

Der Colt CZC leidet am typischen Klappdach-Cabrio-Problem. Das sperrige, feste Dach samt komplizierter Klappmechanik muss im Kofferraum Platz finden. Dazu kommt, dass der Colt als moderner Kleinwagen eine Front im Minivan-Stil bekommen hat. Angeblich will man das heute so. Und jetzt sollte man versuchen, die abfallende Van-Front mit einem üppigen, hohen Heck zu verbinden und das Resultat elegant aussehen zu lassen. Klingt kompliziert, ist beinahe unmöglich.  Wenn man es nicht mal bei Pininfarina schafft…

Ein in meinen Augen zumindest optisch besonders gut gelungenes Modell ist ein Bastard in vielerlei Hinsicht. Der Brilliance BS6:

Das Design stammt ursprünglich von Giugiaro, wurde jedoch von Pininfarina überarbeitet. Die Technik entspricht größtenteils alten Mitsubishi-Modellen, der Wagen wurde unter BMW-Schirmherrschaft in China produziert und unter den Markennamen Brilliance und Zhonghua verkauft. Kompliziert, aber er sieht einfach grandios aus! Mit moderner Technik unter der eleganten Hülle und VW-Emblem wäre es ein Verkaufsschlager.

Welches Pininfarina-Design gefällt euch am Besten? Steht ihr auf den radikalen Modulo, den protzigen Testarossa oder den dezenten Allanté? Bin gespannt, wie euer Urteil ausfällt!

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Pininfarinas Unbekannte

  1. Youngtimer Garage schreibt:

    Ich finde Pininfarina überbewertet. Ja, viele Designs von unterschiedlichen Marken kamen aus der Designerschmiede oder wurden dort überarbeitet. Es fehlte mir aber immer der Aha-Effekt.

    Typische Beispiele: 1973 wurde ein Standardmodell Jaguar XJ12 genommen und ein neuee Karosserieaufbau entworfen. Das sah dann aus wie ein Zwitter aus Rover SD1 und Peugeot 504. Ähnlich war es mit dem Ferrari Pinin aus den frühen 80ern. Insgesamt waren mir die Formen zu unauffällig, zu wenig originell.

  2. turboseize schreibt:

    Alfa 164, ganz klar.

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