Die andere Seite der Macht

Für gewöhnlich fungiert man in der Parallelwelt Gebrauchtwagenhandel als Interessent bzw. Käufer. Ärgert sich über unfreundliche oder windige Händler, schlägt sich mit riesigen Differenzen zwischen Real-Zustand des angebotenen Wagens und Beschreibung herum und versucht, viel zu hohe Preisvorstellungen in realistische Bahnen zu lenken.

Doch jetzt juckt es mich wieder in meinem linken Ohr, ich brauch einen neuen fahrbaren Alltagsuntersatz. Und plötzlich findet man sich auf der anderen Seite der Macht wieder.

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Der treue alte Legacy muss gehen, die ersten Schritte dazu sind noch ganz easy. Ein Inserat im Internet ist schnell aufgegeben, ein paar Fotos vom Auto dazu, eine kurze Beschreibung und los gehts. Nach ein paar Tagen schweigendem Telefon die erste unbekannte Nummer. Ein Herr aus Kärnten. „I hob lei Intrese an dein Audo. Mächasts ma zuastölln? Gib i da daun wuhl Fuffzahnhundat!“ Auf meine Frage, ob er nicht gesehen hat, dass ich ihn um 2200 Euro interiert habe, kommt nur noch „tut, tut tut…“ als Antwort. Aufgelegt. Was solls, wird schon werden.

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Ein komfortables Allradauto mit Pickerl bis Mai 2013, wenn man die vier Monate Überziehungsfrist mitberechnet kann man sogar bis Ende Spetember 2013 fahren bis zum nächsten Pickerl. Mit fast neuen Winterreifen, belegbare Reparaturen für mehr als 5000€ in den letzten wenigen Jahren durchgeführt und eine Anhängerkupplung ist auch drauf. Und das alles für lächerliche 2000 Euro. Soviel will ich nämlich haben. Warum bekomm ich solche Angebote nie, wenn ich ein Auto suche?

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Einige Tage später, eine Email ist eingegangen. Interesse am Auto wäre da, aufgrund des weiten Anfahrtswegs hätte er aber gerne gewusst, ob ich mit maximal 1700 Euro einverstanden wäre. Preisverhandlungen per Email, noch bevor man das Auto gesehen hat? Eine Unart! 500 Euro blind runterhandeln zu wollen bei einem Auto, das für 2200 Euro inseriert ist, auch. Kommentarlos gelöscht.

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Noch ein Email, noch einmal Verwunderung. Der Interessent möchte wissen, ob es sich um den Legacy von diesem einen Blog handelt, den er oft liest. Denn eigentlich seien die Subarus ja gute Autos, aber ein alter A6 Allroad doch viel cooler. Ob ich ihm nicht ein paar Tipps zum Allroad-Kauf geben könne. Geht´s noch?

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Seitdem ist Ruhe. Auch schön. Vor Weihnachten wird das wohl nichts mehr werden mit dem Verkauf. Macht aber nicht, fahr ich mit dem alten Krieger eben ins neue Jahr. Falls jemand ernsthaftes Interesse hat, kann er sich ja bei mir melden. Sonst bitte im Zweifel eher nicht. 😉

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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2 Antworten zu Die andere Seite der Macht

  1. Kai schreibt:

    Problemkind Limousine, den Legacy Sedan ist man schon immer schwer losgeworden (allerdings kann man günstig gepflegte Limousinen bekommen, wie ich vor ein paar Monaten gemerkt hab).

  2. Pingback: “Seid´s es deppad…?” | The way of drive...

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