Ein rostiges Stück Paris-Dakar-Geschichte

Gestern war wieder so ein Tag. Ich cruise durch die Lande, immer mit einem halben Auge auf der Suche nach interessanten, coolen, alten oder einmaligen Fahrzeugen und plötzlich Vollbremsung! Meine Jacke schießt von der Rückbank in den Fußraum, das ABS funktioniert einwandfrei und draufgefahren ist mir auch keiner. Bestens!

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Halloooo, wer bist du denn? Ein ehemaliger Renn-Pajero, offensichtlich. Auf dem Schrottplatz eines großen Händlers in der Wachau, unter der Ortsumfahrung gammelt er vor sich hin. Faustgroße Rostlöcher in den Schwellern lassen erahnen, wie lange er schon keine Startflagge mehr gesehen hat. Doch der alte Krieger ist immer noch vollständig auf Kampflinie getrimmt, geschlachtet und entweiht wurde er nie.

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Welcher Motor unter der Haube steckt, ist mir nicht ganz klar. An den Flanken sind immer noch die originalen „Turbo“-Schriftzüge zu erkennen, auf der Hecktür prangt ein Aufkleber, der auf die Verwendung von „Benzin Bleifrei“ hindeutet. Ich wage aber zu bezweifeln, dass einer der beiden originalen Motoren von damals unter der Haube steckt. Weder der 84PSige Turbodiesel noch der 103 PSige Vergaser-Benziner dürften in der Lage sein, für Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen.

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Natürlich habe ich den Händler angerufen und mich erkundigt. Laut dem Juniorchef des Autohauses ist der Wagen 1986 bei der Rallye Paris-Dakar gestartet und auch angekommen, leider jedoch wegen einer Zeitüberschreitung außerhalb der Wertung. Danach wurde er noch einige Male von einem Vater-Sohn-Team bei der Pharaonen-Rallye in Ägypten eingesetzt, bevor er außer Dienst gestellt wurde. Der Turbo-Schriftzug ist übrigens korrekt, unter der Haube steckt der legendäre 4G63T, der unzählige Siege in der WRC für sich verbuchen konnte.

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Die Frage ist, ob der Wagen restauriert werden soll oder der momentane Besitzer einfach nur darauf wartet, bis sich die Natur Blech und Technik zurückgeholt hat. Auf alle Fälle steht dort ein Stück österreichische Rennsportgeschichte. Auf dem Schrottplatz eines großen Händlers in der Wachau, unter der Ortsumfahrung.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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