Vergangenheit auf Koreanisch

Selten aber doch taucht ein Koreaner der europäischen Frühzeit (1991, 92) in einschlägigen Autobörsen auf und er könnte nicht unspektakulärer sein.

Zur Zeit macht ein 92er Hyundai Sonata in grandiosem Zustand aus Erstbesitz eines Ruhrgebiet-Opas die Runde und polarisiert in den einschlägigen Foren stärker, als er es früher jemals konnte!

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Optisch schon damals ergraut und nicht unbedingt einen zweiten Blick wert, im Innenraum öde und nicht gerade hochwertig, aber als früher Koreaner extrem selten und (Ja ich bin zurechnungsfähig!) begehrenswert!

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Warum? Darum:

  • Als die Koreanischen Hersteller Anfang der 1990er nach Europa kamen, waren sie Billigstanbieter mit schlechtem Ruf. Wie die ersten Japaner 20 Jahre vorher. Heute liegt Hyundai in Österreich auf dem zweiten Platz bei den privaten Erstzulassungen, selbst der VW-Boss ist von der Qualität begeistert. Der Beweis findet sich auf Youtube. Hyundai hat sich einen richtig guten Ruf erarbeitet, die Wagen verkaufen sich sehr gut, die Marke ist mitten im europäischen Markt angekommen. Früher fuhr man Ford oder Opel, heute Hyundai.

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  • Die frühen Koreaner werden noch gnadenloser aussterben als die frühen Japaner, weil ihnen das charakteristische Japanbarock-Miniatur-Ami-Design fehlt. Damals verlacht, hat es doch dafür gesorgt, dass zumindest einige Japaner der 70er überlebten. Koreaner der 90er sind spottbillige, einfach gebaute Gebrauchsautos ohne interessantes Design, Heckantrieb oder modellspezifische Eigenheiten. Wie ein Talbot Tagora, wie ein Ford Sierra, wie ein Fiat Regatta. Wo sind die heute?

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  • Heute ärgern sich heimische Japan-Importeure, keine eigenen kleinen Museen oder Sammlungen mit Autos ihrer Frühzeit zu haben. Nur Toyota Österreich verfügt über eine kleine Oldtimersammlung, die aber nicht zugänglich ist. Hyundai Österreich im momentanen Höhenflug denkt heute natürlich nicht drüber nach, Autos aus der Frühzeit zu kaufen oder wegzustellen. Aber in 10 Jahren werden sie verzweifelt nach Hyundai S-Coupes, Ponys, frühen Sonata oder den ersten Tiburon suchen. Und keine mehr finden.

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Dieser Facelift-Sonata der ersten Generation, der auf einer alten Mitsubishi Galant-Plattform basiert, gehört unbedingt weggestellt! Aber nicht in die verstaubte Halle eines Horders, der ihn dort 10 Jahre stehen lässt um dann drauf zu kommen, dass sich die Technik kaputt gestanden hat und ihn wegwirft. Nur weil er nicht fähig ist, auf Englisch international Ersatzteile zu bestellen. Hyundai Deutschland müsste ihn kaufen, an Youngtimer-Veranstaltungen teilnehmen und ihn Youngtimer-Zeitschriften für Geschichten zur Verfügung stellen.

Denn nur wer eine Historie hat, hat auch eine Zukunft! Leider sind die Importeure der koreanischen Marken nicht in der Lage, aus den Fehlern der Japan-Importeure zu lernen!

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Vergangenheit auf Koreanisch

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    absolut erstklassiges Auto, wenn auch bisserl schluckfreudig – ich würde ihn jederzeit wieder kaufen. der Y3 ist allerdings im Fahrverhalten belastbarer.
    http://youngtimer-bilder.de/hyundai-sonata-y2-der-granada-der-gegenwart/ 🙂

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