Spießer on Fire

Die Optik täuscht nicht, im Mazda 6 steckt ein Sportler. Nicht nur optisch, er könnte glatt als Alfa-Romeo durchgehen, sondern auch technisch hat er es faustdick hinter den Ohren.

Das Fahrwerk knackig-straff, die Lenkung direkt und mit erstklassiger Rückmeldung, selbst Sitze mit ordentlich Seitenhalt sind Serie. Nur die milden Motoren passen nicht so ganz zum Sport-Cocktail. Zwischen 2005 und 2008 sah das anders aus, denn da bauten sie bei Mazda das Allrad-Turbo-Kampfgerät Mazda 6 MPS.

Mazda 6 MPS 4

260 PS und 380 Nm Drehmoment souverän auf die Straße gebracht dank permanentem Allradantrieb, der Standardsprint von Stillstand auf 100km/h wird in 6,6 Sekunden erledigt, um bei echten 240km/h in den elektronischen Begrenzer zu laufen. Leistungsdaten, die begeistern und überraschen.

Zur Markteinführung der ersten Generation des Mazda 6 2002 erlaubte die MPS (Mazda Performance Series) Designstudie einen ersten Ausblick auf das künftige Topmodell. Böse Zungen behaupten, das Mazda 6 MPS Concept wäre der schönste 6er, der je gebaut wurde.

Mazda 6 MPS Concept

Zum Facelift 2005 war es dann so weit, die Serienversion kam zu den Händlern. Optisch leicht verändert, mit ordentlich Power und kraftvollem Design. Nur Krawallschachtel ala Mitsubishi Lancer EVO oder Subaru Impreza WRX STI war der Mazda 6 MPS nie. Sondern ein komfortabler Langstrecken-Reisewagen mit ordentlich Bumms unter der Haube, der auch einem Geschäftsmann nicht peinlich sein muss.

Mazda 6 MPS 1

Mazda 6 MPS 2

Warum wollte den Mazda 6 MPS bei uns dann bloß niemand haben? Die Gründe sind nicht schwer zu erkennen:

  • Er gab ihn aus Karosserie-Steifigkeitsgründen nur als Stufenheck-Variante. Bei uns ein Minderheitenprogramm, als Kombi wäre er wohl ein paar Mal öfter auf die Straße gekommen.
  • Der 2,3 Liter MZR-DISI-Turbo genannte Motor war einfach zu stark. Kontraproduktiv bei unserer leistungsbezogenen KFZ-Steuer und Versicherungseinstufung. Dass er dank Benzindirekteinspritzung recht sparsam war, hat ihn auch nicht gerettet.
  • Es ist ein Mazda. Der Österreicher kauft Vernunftautos aus Japan, aber keine Gran-Turismo-Limousinen mit ordentlich Power. Siehe Lexus.

Mit einem gepflegten, originalen Mazda 6 MPS aus seriösem Vorbesitz macht man nicht nur nichts falsch, man erwirbt heute einen künftigen Klassiker, dessen Wertkurve nicht mehr lange nach unten zeigen wird. Schade eigentlich, dass es mangels Verkaufserfolg keinen Nachfolger gab.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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