Erstkontakt – Der Brite und ich

Ja, es war ein unentschuldbares Versäumnis. Seit 2008 schreibe ich für gelaendewagen.at/allradnews.at und bis gestern bin ich noch mit keinem Land Rover Defender weiter als ein paar Kilometer gefahren. Aber dieser Missstand ist jetzt endlich beseitigt…

DSCN0624

Ein neuer Defender 110 DCPU musste als Versuchskaninchen herhalten und er hat seine Sache richtig gut gemacht. Ok, zumindest von dem Zeitpunkt an, als der erste Schock nach dem Einsteigen überwunden war. Denn die Fahrertür drückt den Ellbogen in die Rippen und der eingeklemmte rechte Fuß ist schon nach dreiminütigem Gasgeben akut thrombosegefährdet. Wenigstens die unfreiwillige Vollbremsung beim ersten Versuch zu Schalten, das Kupplungspedal liegt viel weiter links als in Nicht-Defendern, hat sich den restlichen Tag nicht mehr wiederholt. Ein Erfolg. 😉

DSCN0640

Stilvoll ist er ja schon, vor allem im eleganten Loire-Blau mit weißem Dach und weißen Stahlfelgen. Ob die dunkle Plastikplane über der Mini-Ladefläche sein muss, ist abhängig von der Nutzung, optisch könnte man gut darauf verzichten. Braunes Segeltuch, das wär´s. Und die g´scheiten Reifen sind eigentlich Pflicht, sollten serienmäßig werden.

In Sachen Motor war ich ehrlicherweise etwas enttäuscht. Keine Frage, der 2.2 Liter EuroV-TD4 mit 122 PS und 360 Nm Drehmoment geht gut, aber in ein Auto mit dem Erscheinungbild gehört ein Motor mit Hubraum und Sound. Der 1HZ genannte 4,2 Liter Sechszylinder-Wirbelkammer-Saugdiesel aus dem Toyota J7 Heavy-Duty wäre die Idealbesetzung. Dann würde man sich auch das ständige Rühren in der Sechsgang-Box ersparen. Sorry, Defender-Freaks, man wird ja wohl noch träumen dürfen… 😉

DSCN0628

Aber das Drehzahlniveau, das passt!

Das Ziel der Ausfahrt, ein Offroad-Fahrgelände im Wiener Umland, hätte nicht besser zum kantigen Briten passen können. Im Gelände macht plötzlich alles Sinn. Die beengt-skurrile Sitzposition sorgt für perfekte Übersicht und der eingeklemmte rechte Fuß hält auch auf Buckelpisten stets die gleiche Pedalstellung. Da hat sich doch jemand was dabei gedacht! Und dass ich große Lenkräder mag, ist hinlänglich bekannt, da wird man von mir sowieso keine Beschwerden hören.

DSCN0643

Sind wir Freunde geworden, der britische Individualist und ich? Wenns nach mir geht, schon. Mir gefällt seine kantige Optik, die den Windkanal-Wunderwutzi-SUVs den Mittelfinger zeigt. Ich mag die Übersicht und das Gemeinschaftsgefühl unter Defender-Piloten. Mir taugt sogar die eigentümliche Sitzposition. Man braucht nur etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Aber ob mich der Brite auch noch mag, nachdem ich mit ihm fertig war? Bin mir nicht sicher, er schaut irgendwie beleidigt drein…

DSCN0691

Lukas

P.S.: Näheres zu diesem Fahrzeug und dem Zweck der Offroad-Tour findet ihr bald auf allradnews.at! Reinschauen!

Über Lukas

Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Autos, Österreich, Geländewagen, Neuwagen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Erstkontakt – Der Brite und ich

  1. David Frank Castle schreibt:

    Wie war bei dem das Interieur? Ich habe den Eindruck, dass das nicht zum Exterieur des Wagens passt. Das Armaturenbrett finde ich zu modern für einen Defender. Und der Powerdome auf der Haube war wohl Motorswegen ein notwendiges Übel. Der Vorgänger mit dem 5-Zylinder und der flachen Haube sieht bedeutend besser aus. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s