Can you hear the drums, Korando?

Oder hat ABBA im Radio gerade „Fernando“ gesungen? Egal, auf jeden Fall hält das nachdenkliche Lied über längst vergangene Schlachten die Erinnerung an den Korando von SsangYong am Leben. Bevor er ganz ausstirbt, sollten wir uns noch einmal mit ihm beschäftigen. Zwischen dem optisch ganz auf Jeep CJ7 getrimmten Vorgänger und dem belanglosen Nachfolger ist der von 1996 bis 2006 produzierte SsangYong Korando KJ das interessanteste und spannendste Modell.

SsangYong Korando Front

Warum? Weil er als einer der meistunterschätzten Geländewagen einen interessanten Technikmix mit spannender Optik vereint. Kombiniert mit einem Innenraum, wie er asiatischer fast nicht mehr sein kann. Und bei mir ist das ausdrücklich positiv aufzufassen!

Ad Technikmix:

Die Motoren im Jeep-Lookalike sind in Lizenz gefertigte Mercedes-Benz-Aggregate, die qualitativ an die „Originale“ locker herankommen und als sehr langlebig und haltbar gelten. Bei uns in Österreich wurden fast nur die beiden 2.9 Liter-Fünfzylinder-Diesel verkauft, als Sauger mit 95 PS und als Turbo mit 120 PS.

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Die 2,3 und 3,2 Liter Benziner spielen hierzulande keine Rolle. Das prinzipiell unproblematische Schaltgetriebe samt Verteilergetriebe mit zuschaltbarem Allradantrieb und Untersetzung stammt aus den USA von BorgWarner, die Achsen wie bei Jeep von Dana. Das seltene Automatikgetriebe wurde von Mercedes-Benz übernommen und hält bei vernünftigem Umgang ebenfalls entsprechend lange. Technisch gibts also, trotz der Seltenheit und der oft wechselnden Importeure, keine Ersatzteilprobleme zu erwarten.

Ad Optik:

Tja, die Optik des Korando KJ… Ein Streitthema, wie bei so vielen anderen Herstellern auch. Außer bei VW, die sind immer langweilig. 😉 Optisch soll der Korando wohl ein wenig an die Jeep-Wurzeln erinnern, zumindest an der Front. Mit sieben Kühlerschlitzen und eng beisammen liegenden Scheinwerfern geht er als Retroauto durch, auch dank der freistehenden Kotflügel.  Unbenannt5

Auch am Heck gibts Spannendes zu entdecken. Beispielsweise ebenfalls leicht angedeutete freistehende Kotflügel, einen sehr kantigen Aufbau mit steil stehenden Scheiben im 80er-Jahre-Stil und Ersatzradabdeckungen in Star-Wars-Optik.

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Der Korando KJ ist ein Gesicht in der Menge, das steht fest. Ob er einem nun gefällt oder nicht, spielt keine Rolle, denn über Geschmäcker sollte man nicht streiten. Sondern froh sein, dass es davon völlig unterschiedliche gibt.

Ad Interieur:

Nicht nur von außen sieht der Korando spannend aus, auch im Innenraum geht es interessant und gar nicht langweilig weiter. Das Armaturenbrett etwa wurde optisch so designt, dass ein Wechsel zwischen Links- und Rechtslenker-Ausführungen leicht und kostengünstig möglich ist. Sieht man das? Natürlich sieht man das!

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Macht aber nichts, dadurch ergibt sich eine riesige Ablagemöglichkeit für den Beifahrer, bei späteren Ausführungen ein prominent platzierter Beifahrerairbag. Weiter geht die Reise zu den sehr asiatisch anmutenden Sitzen mit speziellem „Zebra“-Stoff. Cool!

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Obwohl die Produktion des Korando KJ bei SsangYong bereits 2006 eingestellt wurde, lebt der Geländeglubscher trotzdem immer noch weiter. Die Produktionsanlagen wurden aus Korea nach Russland verkauft, an die Taganrogski Awtomobilny Sawod, kurz Tagaz. Ein kleiner russischer Hersteller, der in Ischewsk seit 1987 unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller unter Lizenz produziert. Darunter auch den Tagaz Tager, der 1 zu 1 dem Korando entspricht. Die Russen haben ihn sogar verlängert und verkaufen ihn auch als Fünftürer. Das gab´s bei SsangYong nie.

Tagaz Tager

2006 war es dann aus mit dem SsangYong Korando, den Tagaz Tager gibts in Russland und einigen Nachbarstaaten aber immer noch neu zu kaufen.

Fährt jemand meiner Leser einen Korando? Wenn ja, würd ich mich über eine Mail an themenvorschlag@gmx.at mit einem Foto freuen.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Can you hear the drums, Korando?

  1. Mag. Christoph J. Lahmer schreibt:

    Habe gerade gestern einen zugelassen, Foto folgt !

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