Land-Cruiser J12 – Ja, aber…

Welches Automodell taucht vor dem geistigen Auge auf, wenn die Begriffe „Zuverlässigkeit“, „Souveränität“, „Robustheit“, „Haltbarkeit“ und „Wertbeständigkeit“ fallen? Genau, der Land Cruiser. Das momentan interessanteste Modell für Gebrauchtwagen-Käufer, den Toyota Land Cruiser J12 (2002 – 2009), sollten wir uns genauer ansehen.

Prado

Sein Vorgänger Land Cruiser J9 (1996 – 2002) wird langsam alt und damit ein Fall für Enthusiasten. Gute Exemplare sind nur noch schwer zu bekommen, wechseln jetzt in Liebhaberhand. Aber vom Land Cruiser J12 gibts momentan sehr viele Gebrauchtexemplare, Interessenten können aus dem Vollen schöpfen. Bei 10.000 Euro geht´s hierzulande los, meist mit schlecht gepflegten und rostigen Country-Einstiegsmodellen jenseits der 200.000km. Wer 15.000 Euro ausgeben kann, hat schon größere Chancen, ein brauchbares Exemplar zu ergattern und um 20.000 Euro gibts seriöse Fahrzeuge mit Serviceheft aus erster Hand samt Gewährleistung vom Toyota-Händler. Aber wird der LC J12 dem unerschütterlichen Cruiser-Image überhaupt gerecht?

Prado 2

Jein. Prinzipiell ist der J12 ein sehr zuverlässiges, haltbares und vor allem beruhigend souveränes Auto. Besonders die Topversion VX verwöhnt mit PKW-haftem Komfort, großzügigem Raumangebot und umfangreicher Luxusausstattung. Kombiniert mit echter Geländewagen-Technik. Oben Lexus, unten Offroader. Toyota blieb der hinteren Starrachse und der Rahmenkonstruktion bis heute treu, ganz im Gegenteil zum größten Konkurrenten, dem Pajero V60. Aber der J12 wird dem unzerstörbaren Image der Baureihe trotzdem nicht ganz gerecht. Und Schuld daran ist der Dieselmotor „3.0 D-4D“, der in drei Leistungsstufen (163, 166, 173PS) verkauft wurde und bei vielen Exemplaren für gehörig Ärger gesorgt hat.

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Bei den ersten Baujahren nerven regelmäßig kaputtgehende Saughubsteuerventile gehörig, bei den späteren Leistungsstufen führten fehlerhafte Injektoren zu Motorschäden. Ein teurer Spaß, 10.000 Euro für ein Austauschaggregat sollte man übrig haben. Also besser Finger weg vom J12? Nein, so tragisch ist es nicht. Im Idealfall greift man zu einem lückenlos werkstattgepflegten J12 mit Gewährleistung, erkundigt sich ob die Injektoren schon getauscht wurden und hört in den ersten Monaten nach dem Kauf aufmerksam hin. Wird das Nageln des Motors lauter oder metalischer -> sofort zur Werkstatt, Injektoren tauschen. Wer alle 100.000km die Injektoren prophylaktisch tauschen lässt, ist auf der sicheren Seite. Es kostet halt eine Stange Geld.

Unbenannt

Die beste Wahl, um stressfrei und angenehm viele Kilometer runterzureißen, ist sicher ein seltener 4.0 V6 mit 249 PS. Der verbraucht zwar einige Liter mehr Sprit als der Diesel und etwas teurer in Sachen Steuer und Versicherung ist er auch. Aber der bärige Saugbenziner stemmt fast so viel Drehmoment wie der Diesel, zieht ab Leerlaufdrehzahl wie ein Büffel und sorgt für famosen Antriebskomfort. Ganz ohne teure Injektor-Schäden, Turbolader-Defekte und Saughubsteuerventil-Ärger befürchten zu müssen. Nur finden muss man erst mal einen.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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