Das Überraschungs-Ei

Man soll es nicht machen. Es ist ein Zeichen von mangelnder Reife. Und doch lässt man sich manchmal dazu verführen, die Performance des eigenen Autos mit jener anderer Autos zu vergleichen. So geschehen vor einiger Zeit in der Oststeiermark. Das Opfer: Ein Audi Q3 mit jungem Bürscherl am Steuer. Der sich dachte, im Ortsgebiet mächtig drängeln zu müssen und am Ortsausgang sofort überholen zu können. Der Zerstörer seines Egos: Ein TATA Indica Vista Quadrajet. Hasta la (Indica) Vista, Q3!

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Der Indica Vista schaut nach Pensionistenauto oder Hausfrauenliebling aus, gerade in unscheinbarem Grau und mit Winterreifen samt Radkappen. Das aktuelle Facelift hat ihm zwar gut getan, besonders das Heck wirkt jetzt sehr viel hochwertiger und eleganter, ein optischer Reißer wird aus dem Indica Vista aber auch so keiner mehr. Aber das macht nichts, innere Werte sind langfristig sowieso wichtiger. Und gerade als 1.3 Quadrajet mit 95 PS starkem Fiat-Diesel kann der kleine Inder überzeugen. Überraschen auch. Mit wirklich bärigem Durchzug (200 Nm bei 1750 U/min) und grandiosem Grip etwa. Wenn nicht einmal der Fahrer selbst mit so souveräner Leistungsentfaltung und Drehfreude rechnet, wie sollen dann andere Verkehrsteilnehmer ahnen, dass das kleine Überraschungsei viel besser geht als man glaubt? 😉

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Und als absolutes Zuckerl findet sich auf der Aufpreisliste ein Sperrdifferential für die Vorderachse. Damit gehört das Durchdrehen des kurveninneren Rades in Kehren der Vergangenheit an, der Vista wird zum Kurvenräuber mit sensationellem Grip. Verblüffend, wie früh man in engen Kurven wieder aufs Gas latschen kann und die 200 Nm Drehmoment nicht für durchdrehende Reifen, sondern für ordentlich Schub sorgen. Noch so ein Überraschungsmoment.

Zum Innenraum gibt´s nicht viel Neues zu erzählen. Solide 90er-Jahre-Ware, mittlerweile schon recht routiniert verarbeitet, aber nicht ganz auf der Höhe. Seitenairbags gibt´s etwa immer noch keine. Die zentral montierten Armaturen sind Geschmacks- und Gewöhnungssache, ich hab sie lieber hinterm Lenkrad. Dass es sich im kleinen Indica sitzt wie in einem Minivan, verwundert ein wenig, die hohe Sitzposition ist aber alles andere als unangenehm. Schließlich sollten ja gerade Kleinwagen übersichtlich sein, auch wenn das viele Hersteller zur Zeit vergessen zu haben scheinen.

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Was kostet der kleine Spaßmacher fragt ihr euch? Für die 8.990 Euro, die hinten drauf stehen, bekommt man nicht das ganze Auto, soviel vorweg. Die von mir gefahrene Topversion Safire LX mit Alufelgen, Klima, , Multifunktionslenkrad, Doppel-DIN-CD-Radio, Nebelscheinwerfer und Privacy-Glass hinten gibts für 12.990 Euro, die einfachere Ausstattung Safire um 11.990 Euro. Überraschte Gesichter im Rückspiegel inklusive.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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