Der Fluch der späten Geburt

Eigentlich mag ich sie ja, die Facelift-Modelle einer Baureihe. Bevorzugt vom letzten Baujahr. Optisch meist verfeinert, ausstattungstechnisch optimiert und in vielen Details verbessert. Aber das letzte Baujahr eines Modells zu fahren, hat auch Nachteile, wie ich momentan merke…

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Um dieses Ding ^^ gehts. Ein 2007er Mazda 6. Die Baureihe gab´s von 2002 bis 2007. Das Problem dabei? Die meisten 6er der ersten Generation sind zwischen 7 und 12 Jahre alt, kosten vergleichsweise kein Geld mehr und das wirkt sich auf das Image der Baureihe negativ aus. Der „soziale Abstieg“ 😉 des ersten Mazda 6 ist momentan tausendfach auf unseren Straßen zu beobachten.

Fußmatten

Peinliche Drachenmotiv-Sitzbezüge von Ebay, Pseudo-Riffelblech-Fußmatten aus Plastik, lächerliche Aufkleber mit fragwürdigen Bedeutungen und Billigsdorfer-Radkappen aus dem Baumarkt sind nur ein paar Beispiele, die den Abwärtstrend einer Baureihe illustrieren. Der meist von den frühen (weil älteren und billigeren) Baujahren ausgeht, die späten Baujahre aber Image-technisch mit in den Abgrund reißt.

Noch gibt es ein paar Erst- und Zweitbesitzer, die ohne Discounter-Trainingshose und Zigarette im Mundwinkel Mazda 6 der ersten Generation fahren. Aber bevor die Baureihe dort landet, wo Golf III und Vectra B heute sind, gilt es abzuspringen…

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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7 Antworten zu Der Fluch der späten Geburt

  1. Dieter Schlabonski schreibt:

    Das ist doch völlig lächerlich! Entschuldige, aber ist Dir der „soziale Status“ Deines Autos derartig wichtig? Bei einem Mazda zudem, der (zumindest in meinen Augen) eh keinen hat — was ich als einen seiner wenigen Vorzüge ansähe, würde ich überhaupt über sowas nachdenken?

    Ich fahre (wenn er denn mal fährt) einen 1992er Citroen BX GTi automatic. Der hatte schon als Neuwagen keinen nennenswerten sozialen Status, konnte also auch nicht wesentlich abbauen in der Hinsicht und ist inzwischen seit bald einem Jahrzehnt im Niemandsland zwischen Nicht-Mehr-Verbrauchtwagen und Noch-Nicht-Youngtimer angekommen. Das ist wahrlich Tiefenentspannung: zu wissen, daß 90% der anderen Leute nicht denken „ui, schickes Auto“ oder „so ein Angeber“ oder „was ne Schrottkiste“ oder „oh, lange nicht mehr gesehen“, sondern „hä, wassn das — Citroen BX? Nie gehört“. Wenn sie mich denn überhaupt bemerken. Das tun sie meist nur, wenn ich ihnen um die Ohren fahre — das „GTi“ steht da nicht zum Spaß drauf 🙂

    Und vorher fuhr ich den einzigen originalen Golf 2 GTI 16V in meiner Heimat-Großstadt. Der hatte nun wirklich negatives soziales Image. War mir aber auch wurscht.

  2. T. Reuter schreibt:

    Warum so gereizt, Herr Schlabonski?
    Ich glaube, wenn man in diesem (sehr interessanten) Blog hier etwas quer liest, lässt sich schnell erkennen, daß der Autor es sicher nicht ernst meint, wenn er von „sozialem Abstieg“ spricht, sondern dies vermutlich eher ironisch meint. Er beschreibt aber treffend, wozu der Preisverfall auf dem Gebrauchtmarkt bei einer bestimmten Käuferklientel führt.

    Dem sollte man und hier knüpfe ich an den von Ihnen zuletzt erwähnten Gedanken an. Dieser Entwicklung sollte man als an Nachhaltigkeit interessierter Youngtimer-Liebhaber wie folgt begegnen: das Auto seiner Wahl (in meinem Fall ein Mazda MX-5 NA aus ’97 sowie ein 3er-BMW (E46) aus 2003) möglichst original belassen und hegen und pflegen und … 😉

  3. Dieter Schlabonski schreibt:

    Gereizt war das eigentlich nicht gemeint. Aber wenn Sie schreiben: „Dieser Entwicklung sollte man als an Nachhaltigkeit interessierter Youngtimer-Liebhaber wie folgt begegnen: das Auto seiner Wahl […] möglichst original belassen und hegen und pflegen“ — dann steht das doch auch im genauen Gegensatz zu der Ansicht des Autors, es werde nun Zeit, „abzuspringen“. Das ist doch Neuwagenfahrerdenke, nur ein paar Jahre weiter hinten im Leben des Autos. Und das versteh ich nicht — erst recht nicht im Kontext dieses Blogs, das ich ja nun auch nicht zufällig lese, sondern weil hier eine verwandte Seele schreibt. 🙂

    Mir sind unterdessen noch zwei Vorteil des „sozialen Abstiegs“ des eigenen Vehikels eingefallen: Billigere Gebrauchtteile beim Verwerter — und weniger Neidkratzer.

  4. T. Reuter schreibt:

    Ich stimme Ihnen 100%-ig zu was die positiven Nebeneffekte anbetrifft. Auch ich habe schon das ein oder andere Ersatzteil beim Autoverwerter abgreifen können. Leider sind die Preise dort aber auch nicht immer so interessant.

    Ich glaube, wenn ich die Position des Blog-Autors richtig einschätze, dass Hr. Wieringer nicht tatsächlich die Meinung vertritt, sich von seinem Daily-Driver zu trennen, sondern hier vielmehr die Position der großen Mehrheit darstellt, die sich bereitwillig, weil das (Nach-)Nachfolge-Modell auf dem Markt ist, von Ihrem Fzg. trennt und damit gerade die von ihm beschriebenen Folgen befördert.

  5. Lukas schreibt:

    Meine Herren, zu allererst möchte ich mich für die rege Diskussion und die dabei vorherrschende Kultur bedanken! Vorbildlich, danke dafür!

    Zum Thema: So ganz bierernst ist der Artikel sicherlich nicht zu nehmen, da hat Herr Reuter schon recht mit seiner Annahme. Aber insofern entspricht es der Realität, als ich doch jemand bin, der gerne den leichten Weg geht. Sprich ich fahr ein Modell gern, wenn es Image-mäßig noch nicht negativ behaftet ist und dann wieder, wenn es schon unter „Youngtimer“ fällt. Das tiefe und tränenreiche Tal als „Verbrauchtwagen vorm Gemeindebau“, in das der erste Mazda 6 nun rutscht, überlasse ich aber gerne anderen.

    Lukas

  6. T. Reuter schreibt:

    Vielen Dank dem Autor für die Klarstellung. Vielleicht hat es tatsächlich ´was mit „den leichte(re)n Weg gehen“ zu tun. Die Schmerzgrenze ist da eben bei jedem ein wenig anderswo zu verorten. Mir macht es jedoch großen Spaß mit meinem Orange sun metallic Rentner-E46 alle üblichen Erwartungen betr. Fahrstil und Fahrercharakter zu unterlaufen.

  7. T. Reuter schreibt:

    Ouups: Die Lackfarbe heisst natürlich Arizona Sun Metallic

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