Der neue Suzuki Vitara – Vom Landmann zum Lifestyle

Wer so wie ich in einer Gegend aufgewachsen ist, in der Allrad halbjährlich schlicht notwendig war, ist zwangsläufig mit dem Suzuki Vitara in Kontakt gekommen. Schließlich gibt´s ihn schon seit 1988, in ländlichen Regionen ist er seither nicht mehr wegzudenken.

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Die Religionslehrerin hatte einen roten Vitara 5, nach der Jagd war der Kirchenwirt-Parkplatz voll mit grünen Vitaras (und Samurais und Pajeros 😉 ) und zum Kirtag mussten zahlreiche Vitaras Viehanhänger mit Kühen und Kälbern vom Hof ins Dorf zum Viehmarkt ziehen. So mancher Schulkollege ist im Winter oft nur deshalb in die Schule gekommen, weil eine Mutter mit ihrem Vitara die Aufgabe des im Schnee hängen gebliebenen Schulbusses übernommen hat. Auch wenn ich nie einen Vitara hatte, verbinde ich doch viele Erinnerungen mit dem kleinen Geländehüpfer.

Der Ur-Vitara hat auch etwas geschafft, was nur wenige Autos schaffen. Er hatte zwei unterschiedliche Images. Als kurzes Cabrio in grellen Farben wie Türkis oder Violett, oft mit breiten Rädern und Sozialromantik-Dekor (Dschungelbuch, Philippe Cousteau, etc.) war er Liebling der Friseusen. Als langer Vitara5 2.0TD mit Spikereifen, Anhängerkupplung und Wildwanne der beste Freund des Landmanns. Schickimicki-Kiste und Bauernauto in einem.

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Als Grand Vitara (s.o.) hat er sich die Landmänner als Kundschaft behalten, die Schickis sind ihm abgesprungen. Verkauft wurden fast nur noch fünftürige Diesel. Liegt wohl daran, dass der Grand Vitara trotz SUV-Optik unterm Blech ein echter No-Nonsens-Geländewagen geblieben ist.

Das soll sich jetzt mit dem neuen Vitara, ohne „Grand“, ändern. Der will die Schickis zurück…

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Das ist einmal ein radikaler Schnitt. Vom Geländewagen-Vorgänger ist nichts mehr zu sehen und auch unterm 4,18 Meter kurzen Blech ist alles anders. Wo der bisherige Grand Vitara einen längsverbauten Motor samt permanentem Allradantrieb und Untersetzung hatte, steckt unterm „Lifestyle“-Blechkleid des Neuen der PKW SX4 S-Cross. Suzuki betont beispielsweise, dass es den neuen Vitara auf Wunsch auch mit Allradantrieb gibt. Boah, super! Aber wer braucht den schon zwischen Aspern und der Tangente… Dafür gibt es jetzt zahlreiche farbliche Individualisierungsmöglichkeiten innen und außen ala Suzuki Swift und BMW Mini. Lähwaund*!

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Der Vitara liegt damit voll im momentanen Marketing-Trend. Kleiner, leichter, sparsamer. Dabei aber zumindest farblich individuell und mit Smartphone-Connectivity für „aktive und urbane Menschen“. Suzuki sagt: „Unsere Zielgruppe sind Männer oder Paare aus der Stadt, die keine Kinder, aber viel Freizeit haben“. Was ich von letzterem halte, gibt es hier zu lesen!

Für alle Landeier, die unter unseren lieben Hauptstädtern gönnerhaft als „bodenständig“ gelten, ist bis zur Einstellung im Sommer zumindest noch der kurze Grand Vitara zu haben. Laut Suzuki „Der Geländewagen im Urban-Style!“. Wer jetzt die Augen überdreht, kann sich mit mir verbunden fühlen!

Lukas

* Das Wienerische „leiwand“ auf Echt-Wienerisch. 😉

Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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