Sinnvolle Beschäftigung

Wie sieht für euch eine sinnvolle Nachmittagsbeschäftigung aus? Schwitzen im Fitness-Studio? Verfetten vor der Playstation? Oder Facebook erzählen, dass ihr heute schon groß am Klo gewesen seid? Wohl eher nicht. Wie wäre es stattdessen mit frischer Luft, Sonnenschein und spannendem Philosophieren über das Wesen von Old- und Youngtimer-Fahrern?

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Klingt gut, ist gut! Und das kam so…

Vor einigen Tagen, ich bin mit dem momentanen, automobilen Liebling auf Tour, reißt mich eine Sichtung urplötzlich aus meinen Tagträumen. Verdammt, da steht doch ein 1800er auf dem Schrottplatz! Sofort wusste ich, was zu tun ist. Umdrehen, hinfahren, Foto machen.

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Ui, die Kiste schaut aber traurig aus. Ausgebrannt für eine Feuerwehrübung, wie sich später herausstellen sollte. Aber es sind noch einige brauchbare Teile drauf. Die Frontmaske samt Chromstossstange (erste Serie!), drei Felgen, ein fast neuer Kraftstofftank und zahlreiche Kleinteile. Der darf nicht sinnlos verschrottet werden, also geht sofort eine Eil-Meldung an die Leone-Schutztruppe raus. Zwei Tage später, das Wetter könnte nicht frühlingshafter sein, ist Treffpunkt beim Schrott, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

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Und weil meistens eh nur einer schraubt und die anderen bloß daneben stehen und blöd dazwischen quasseln, ergibt sich so manch interessantes Gesprächsthema:

  • Etwa, dass sich für Altauto-Heger und -Pfleger die Spezialisierung auf ein ganz bestimmtes Modell der Lieblingsmarke durchaus auszahlt. Denn die Aneignung von entsprechendem Know-How und der Aufbau eines Ersatzteillagers für drei Modelle unterschiedlicher Hersteller funktioniert in der Regel einfach nicht. Wer sich auf die Fahnen geschrieben hat, längerfristig ein bestimmtes Modell auf der Straße halten zu wollen, sollte sich wirklich auf dieses Modell konzentrieren. Gerade dann, wenn es sich nicht um bestens versorgten Mainstream (Benz, luftgekühlte VW, MG usw.) handelt.
  • Oder dass man auch oder gerade als Altauto-Fan aufpassen sollte, die eigenen Fahrzeuge nicht zu sehr zu personifizieren. Man kann seine alten Autos leidenschaftlich sammeln, fahren und pflegen, na klar. Aber wenn es dann soweit geht, dass erwachsene, (noch) nicht entmündigte Männer ihren Autos den Stellenwert eines Menschen geben, dann wird es brenzlig. Und das kommt leider gar nicht sooo selten vor. Denn am Ende des Tages bleibt es einfach nur ein lebloses Ding aus Blech, Glas und Plastik. Da kann es noch so selten sein. Lasst uns das nie vergessen!
  • Und noch ein Thema wird gerade zu Saisonbeginn wieder aktuell. Autos werden vom Stehen genauso kaputt wie vom Fahren, nur anders. 😉 Meist dauert es lang, die Erkenntnis zu erlangen, dass es besser ist, weniger Autos regelmäßig zu bewegen als viele Autos „retten“ zu wollen und sie dann aber mangels Zeit einfach nur herumstehen zu lassen. Wovon sie genauso kaputt werden. Ein Auto, das gefahren wird, läuft Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden, zu rosten oder einen Hagelschauer zu erwischen. Aber bis dahin hat man es genossen und hatte damit Spaß. Und der unbeschwerte Spaß am Hobby ist doch das wichtigste.

Jetzt ist es bald soweit, Freunde. Der Frühling steht vor der Tür! Genießt das Wetter, nutzt eure Autos und vor allem -> Verbringt eure Freizeit sinnvoll. Etwa auf dem Schrottplatz. 😉

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Sinnvolle Beschäftigung

  1. T. Reuter schreibt:

    Sehr schöner Text, in dem viel Wahres steckt. Ich lese Ihre Blogeinträge immer wieder gerne und finde es klasse, daß trotz aller Begeisterung, die darin immer wieder zum Ausdruck kommt, der Autor die nötige kritische Distanz zum (Diskussions-)Gegenstand zu wahren in der Lage ist.
    Vielen Dank für die anregenden Beiträge.

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