Großstadt-Land-Gefälle

Der Automobilist in der Großstadt -> Genervt von chronischer Parkplatznot und Dauerstaus, gefährdet durch dichten Verkehr und damit einhergehend großer Unfallwahrscheinlichkeit, gehandicapt durch das Fehlen von Garagen und den blinden Aktionismus vieler Autohasser. Hinzu kommt das große Vandalismusrisiko. Klingt nicht grad nach dem idealen Biotop für Altauto-Freunde und Liebhaber der individuellen automobilen Fortbewegung.

Der Automobilist in ländlichen Regionen -> Entspannt auf verkehrsarmen, ruhigen Landstraßen, hat stets freie Fahrt und ausreichend Garagen bzw. Abstellmöglichkeiten aufgrund großzügiger Platzverhältnisse rund um Heim und Haus, findet stets genug freie Parkplätze in den Ortschaften und freut sich über einen erfreulich geringen Genervtheits-Pegel der Bevölkerung. Ideale Verhältnisse, um entspannt und zufrieden Young-, Old-, und Liebhaberauto-Fahrer zu sein.

So stellt man sich´s vor.

Doch je größer die Stadt, desto individueller wird das Straßenbild. Woran liegt´s, dass gerade in solch autofeindlichen Umgebungen die interessantesten Blüten auf vier Rädern gedeihen?

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Zum einen liegt´s wohl daran, dass viele Stadtbewohner für den täglichen Weg ins Büro die Öffis nehmen, statt mit dem eigenen Auto zu fahren. Da muss der Wagen, der gelegentlich für Freizeit und Ausflug hergenommen wird, nicht so vernünftig sein wie beim Schreibtischhengst, der täglich 50 km in die Firma und wieder 50 km heimwärts über die Autobahn pendelt. Die Kiste muss auch kein Alleskönner sein wie beim Gemeindearbeiter, der täglich bei jedem Wetter von seinem entlegenen Hof über Nebenstraßen ins Dorf fahren muss.

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Ein anderer Grund ist, dass Großstädte zwar in Sachen Kontaktparken, Vandalismus und großer Unfallgefahr ein heißes Pflaster für kostbares Blech sind, aber… Aber in Sachen Rost geht es meist harmloser zu. Klar, gesalzen wird auch in Wien oder Graz. Nur spart man sich dort den Split. Man mag´s kaum glauben, aber das macht einen großen Unterschied. Auch trocknen salznasse Straßen in Städten viel schneller wieder ab als in ländlichen Regionen und sind somit weit weniger aggressiv. Daher hält sich altes Blech deutlich besser.

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Und dann ist´s natürlich die schiere Menge an Menschen, die ihren Teil dazu beiträgt. Wenn etwa 1 Prozent der Bevölkerung Lust auf individuelle Fortbewegung abseits vom silbernen Passat hat, sind das in einer 2000 Einwohner-Gemeinde ganze 20 Leute. Von denen allein mehr als 10 nicht genug Geld für einen Oldtimer als Zweitwagen haben. In Wien mit 1,8 Millionen Einwohnern sind das aber 18.000 Leute. Und wenn von denen nur ein Viertel genug Geld, genug Platz und genug Enthusiasmus mitbringt, ergibt das ein Straßenbild mit netten Farbtupfern.

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Nehmt euch die Zeit und marschiert mal eine Stunde oder zwei mit einem Fotoapparat durch Wien oder Graz. Euch werden viele Schätzchen unterkommen, die es sich zu fotografieren lohnt.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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