Also doch Oklahoma – Bronson und Ich

Dass der Alltag mit Bronson, dem alten Ami, recht abwechslungsreich und kurzweilig sein wird, hab ich mir ja gedacht. Aber dass es gleich sooo spannend wird, hat selbst mich überrascht.

Los ging die Odyssee nach den Weihnachtsfeiertagen. Die Besuche bei den Verwandten abgearbeitet, der Weihnachtsbaum entsorgt, nichts stand einer Bestandsaufnahme in der Werkstatt meines Vertrauens im Weg. Also nichts wie hin. In eine Richtung knapp 80km, über typische Straßen meiner Heimat. Kurvig, hügelig, relativ eng und zu allem Übel steht auch noch das Strassegg im Weg. Mit knapp 1200 Meter nicht übermäßig hoch, aber steil.

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Als hätte Bronson es geahnt, dass er die steile Bergstraße hassen wird, fallen noch ein paar Kilometer vor dem Anstieg das ABS und die Traktionskontrolle aus. Kein Problem, ich hab sowieso ohne solche Sachen fahren gelernt. Das passt schon. Als nach ein paar steilen Kehren plötzlich die Check-Engine-Lampe angeht, wird mir aber das erste Mal mulmig. Mit voller Christbaumbeleuchtung geht´s zur Werkstatt.

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Wo nichts festgestellt werden kann. Denn beim Neustart sind die Lampen für ABS und Trantionskontrolle weg, die Check-Engine wird gelöscht. Abwarten und beobachten ob er nur beleidigt ist weil er die Weite Oklahomas einfach lieber hat als die Steigungen in den Rockys. Nach der sehr erfreulichen Bestandsaufnahme in Sachen Rost gehts wieder heimwärts.

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Kurz vor der ersten Kehre wieder „ABS“ und „Traction“, kurz vor der Passhöhe  wieder „Check Engine“. Mist, er mag mich nicht! Ach Bronson, sei bitte brav und bring mich bloß wieder heim. Sonst gibt´s gleich hier in der Wildnis zwischen Teichalm und Hochlantsch den Gnadenschuss ala Borowski. Doch er hat sich beherrscht und brav durchgehalten.

Zur Belohnung gibts eine Wäsche samt Reinigung des traumhaften Interieurs und eine Übernachtung in der geheizten Garage.

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Ein paar Tage danach folgt der echte Härtetest. Es soll zur Vienna Auto Show gehen und welches Auto wäre besser geeignet, über heimische Autobahnen zu cruisen als Bronson?

Und wirklich. Als er gemerkt hat, dass es auf die Autobahn Richtung Flachland geht, sind nacheinander sämtliche Warnlampen von selbst erloschen (Kein Scherz!) und auf den 330km Fahrt nicht mehr aufgetaucht.

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Die drei- später vierspurige Autobahn vom Knoten Seebenstein in Richtung Wien, Tempomat auf 75 Meilen (120 km/h) und laufen lassen. Das liebt er. Und ich auch. Da sind Auto und Straße eine Einheit und der Fahrer mit sich und der Welt im Reinen. Also doch Oklahoma!

Aber auch in Wien, wo die Kiste den Großteil ihres Lebens verbracht hat, bist du daheim mit dem Ding. So gemütlich und relaxt wie im Buick hab ich noch keinen Stau ertragen…

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Und selbst Parkhäuser stellen kein Problem dar. Das Ding ist selbst in der Großstadt überraschend behände zu bewegen. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Der Anfang unserer gemeinsamen Zeit war recht holprig, zugegeben. Aber seit der Fahrt nach Wien und retour sind alle Warnlampen aus, Bronson läuft einwandfrei. Auch gut, dann darf er bleiben. Ein paar kleine Blechbriefmarken wird er eingeschweißt bekommen, ein paar kleine Reparaturen gibts obendrauf. Denn: Ich mag das Ding. Ich mag es wirklich.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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6 Antworten zu Also doch Oklahoma – Bronson und Ich

  1. schreckschrauber schreibt:

    Istz eben so – Autos die in neue Hände komen, machen sich zuerst wichtig – und wenn sie sehen, dass den neuen Eigner nichts so leicht aus der Ruhe bringt, dann brummeln sie noch viele Jahre zufrieden vor sich hin….. Unser Carina ist auch so einer – Motorwarnleuchte seit 10000 km – nichts feststellbar, was schlechter wäre, Abgas, Verbrauch etc – alles sehr gut – also fahren wir einfach – solange die Lampe leuchtet, ist alles gut…..

  2. Karlo schreibt:

    Ach ja, Autos die man sich nicht traut… Dem guck ich auch schon lange hinterher 🙂

    • Lukas schreibt:

      Trau dich! Ich hab auch lange mit mir gehadert. Es ist sicherlich nicht das einfachste, zuverlässigste oder unproblematischste Auto unter der Sonne. Aber wenn du damit durch die Lande cruist, fühlst du dich einfach großartig. 😉

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