Blick in die Zukunft II – Die Veränderungen

Im ersten Teil, „Blick in die Zukunft I – Die Innovationen“ haben wir schon viel über die Zukunft des autonomen Fahrens gelesen. Im zweiten Teil „Blick in die Zukunft II – Die Veränderungen“ geht es um den automobilen und gesellschaftlichen Umbruch, den uns die autonome Mobilität bescheren wird.

mercedes-vernetztes-auto-telematik

Foto: Mercedes-Benz via http://www.sueddeutsche.de

Wenn moderne Fahrzeuge, egal ob PKWs oder LKWs, miteinander vernetzt sind, untereinander kommunizieren und entweder voll- oder zumindest teilautomatisiert fahren, wird ein Auto ohne Connectivity zur unberechenbaren Waffe. Weil hinter dem Steuer die größte Schwachstelle im System den Ton angibt – der Mensch.

Ich lehne mich, mit Rückenwind von Brancheninsidern, mal weit aus dem Fenster: Spätestens in 15 Jahren werden zwischen 25 und 50 Prozent der Autos auf den Straßen vollautomatisiert fahren. Der Rest über weitere Strecken zumindest teilautomatisiert. Dann werden alte Autos quasi asozial. Denn sie teilen keine Informationen über Gefahrenstellen oder Staus mit anderen Fahrzeugen. Und sie halten sich – weil ja der Mensch fährt – nur bedingt an Verkehrsregeln. Somit sind sie gefährlich, passen einfach „nicht mehr dazu“.

Stau-auf-der-Stadtautobahn

Foto: http://www.morgenpost.de

Und damit wird auch die noch relativ frische „Youngtimer„-Bewegung ihr Ende finden. Gut, für etablierte Oldtimer (über 30 Jahre, in Österreich als „historisch“ typisiert, in Deutschland mit „H“-Kennzeichen) wird es wohl Ausnahmen geben, die das Fahren unter bestimmten Bedingungen erlauben. Beispielsweise eine ausdrückliche Fahrerlaubnis im Rahmen einer Veranstaltung oder an zwei Tagen die Woche außerhalb des Berufsverkehrs von April bis Oktober, überwacht durch eine Blackbox.

Aber Autos, die einfach nur alt sind ( 10 bis 30 Jahre), wird man sehr bald sehr rigoros von der Straße nehmen. Etwa durch immer strengere Umweltzonen (z.B. keine Fahrerlaubnis mehr bei Abgaswerten schlechter als Euro 6) und/oder mit einer KFZ-Steuer, die mit dem Fahrzeugalter drastisch steigt und so Autos über 5 oder 7 Jahren empfindlich teuer macht. Und den Bestand auf diese Weise stark ausdünnt.

Auto_scrapyard_1

Foto: http://www.merchantcircle.com

Und vergesst mir bitte eines nicht: Solche Maßnahmen sind bereits jetzt gesellschaftlich akzeptiert! Besonders in unseren Ballungsräumen steigt die Zahl der Auto-Kritiker stark an. Nicht nur Umweltapostel versuchen schon jetzt, Fahrern älterer Autos mit höherem Verbrauch ein schlechtes Gewissen einzureden. Selbst Autozeitschriften springen auf den Zug auf und schreiben Sätze wie „Nur mit alternativen Antrieben lässt sich die Faszination Auto auch in Zukunft noch guten Gewissens leben“. Es wird also die Gewissens-Keule ausgepackt. Dagegen sind Argumente machtlos.

Ich etwa bin für manche Leute in meinem Bekanntenkreis kein „Autofreak“ mehr, sondern jemand, „dem die Probleme unseres Klimas egal sind“. Vor einigen Tagen selbst gehört. Da greifst du dir auf den Kopf, was? Aber so schaut ein immer größer werdender Teil der öffentlichen Meinung aus!

DSCN2916

Und auch unser Auto-Kaufverhalten an sich wird sich stark ändern. Es wird wohl bald keinen Sinn mehr machen, ein neues Auto in Bar zu bezahlen und dann lange zu behalten. In Zukunft werden alle neuen Autos geleased sein und nach Ende der Garantiezeit von 5 oder 7 Jahren der Verwertung zugeführt werden. Schon allein, weil das Risiko teurer Elektronikdefekte rund um das automatisierte Fahren schlichtweg zu groß ist. Dazu kommt die geplante Obsoleszenz. Quasi ein eingebautes Ablaufdatum, das schon länger Realität ist. Auch in der Automobilbranche. Autos werden so gebaut werden, dass sie einfach keine 15 oder mehr Jahre mehr halten. Teilweise sind wir ja heute schon dort angekommen. Redet mal mit einem erfahrenen Mechaniker. 😉

In Verbindung mit den immer strenger werdenden Umweltzonen und einer mit dem Fahrzeugalter stark steigenden Steuerbelastung werden wir Kunden sachte aber bestimmt erzogen und unser Kaufverhalten eindeutig beeinflusst.

Ich bin gespannt, was uns die automobile Zukunft bringt. Aber bis es soweit ist, sollten wir unsere momentane Freiheit nutzen und bewusst genießen.

Lukas

Advertisements

Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Autos, Österreich, Neuwagen, Youngtimer, Zeitreisen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Blick in die Zukunft II – Die Veränderungen

  1. turboseize schreibt:

    Umweltzonen? Die gibt es nicht, denn zum Umwelt- oder gar Menschenschutz (Reduktion der Feinstaub- und Stickoxidbelastung – ein an sich durchaus lobenswertes Ziel….) tragen sie nichts Meßbares bei. Richtig wäre also: sogenannte Umweltzone.

  2. Karlo schreibt:

    Hi Lukas, so ganz weisst du auch nicht was du willst, oder? Bei Toyota bedauerst du das Ende des Fahrspasses, und hier freust du dich aufs gefahrenwerden. Dass in der von dir beschriebenen Zukunft nur Platz für eines ist weisst du sicher. Vermutlich autonom fahrende Hybride…
    Leider greift der Wahnsinn immer mehr um sich. Eine neue Entfremdung der Menschen von der physischen Lebensumwelt. Der Dunning-Kruger-Effekt verbreitet sich, auch und gerade in der Politik. Simple naturwissenschaftliche oder psychologische Zusammenhänge dürfen nicht mehr gelten, weil es nicht ins Weltbild passt. Ich warte noch auf den Beschluss gewisser Parteien, dass Wasser ab 2021 bei 70 Grad Celsius bei Normaldruck kochen muss, weil das 7 Gigatonnen CO2 pro Jahr spart.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s