Killt Toyota den RAV4?

Recreational Active Vehicle 4-Wheel-Drive. Dafür stand die kryptische Buchstaben-Zahlen-Kombination des Wegbereiters der Kompakt-SUV-Klasse. Der Toyota RAV4 begründete 1994 ein neues Segment und entwickelte sich zum absoluten Bestseller, auch in Österreich.

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Da tut sich die aktuelle, vierte Generation schon deutlich schwerer. Die Konkurrenz ist übermächtig, das Segment der Kompakt-SUVs ist die am härtesten umkämpfte Fahrzeugklasse überhaupt. Jeder Volumen-Hersteller MUSS ein Kompakt-SUV haben, wenn er erfolgreich sein will. Und da ist Toyota halt nicht mehr alleine wie damals vor 22 Jahren, sondern der RAV4 ist „nur noch“ einer von sehr, sehr vielen.

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Zu allem Übel hat er über die Jahre und Modellwechsel auch seine Unbeschwertheit, seine Lifestyle-Attitüde, verloren. Der erste RAV4 mit spritzigem Benzinmotor, kräftigen Farben und flippigem Design war ein Spaßvogel, der den Alltag ein wenig bunter gemacht hat. Der aktuelle RAV4 ist ein vernünftiges Pensionistenauto geworden, der hierzulande so gut wie ausschließlich in Silber mit langweiligem Dieselmotor und praktischen Schmutzfängern gekauft wird. Passend zu den grau melierten Insassen. Gähn…

Jetzt kommt Toyota auf die Idee, den RAV4 im Rahmen eines Facelifts grundlegend anders aufzustellen. Im aktuellen RAV4 ist die Kombination Dieselmotor mit Allradantrieb Geschichte. Wenn das mal nicht schief geht… Es würde mich nicht wundern, wenn Toyota damit den Rest des bescheidenen Verkaufserfolgs auch noch ruiniert.

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Von 121 aktuellen RAV4, die zur Entstehung des Artikels auf einem großen heimischen Fahrzeugportal im Internet inseriert sind, sind 96 Exemplare mit Allradantrieb ausgestattet. Nur 25 Fahrzeuge haben einen Benzinmotor unter der Haube. Die Präferenz für den RAV4 mit Dieselmotor und Allrad ist klar zu erkennen.

Doch jetzt kommt Toyota und bietet den RAV4 mit Allradantrieb nur noch als Benzin-Hybrid-Version und mit reinem Benzinmotor an. Der BMW-Diesel, übrigens entwickelt und gebaut in Österreich, ist nur noch mit Frontantrieb zu haben. Ja geht´s noch?

Jeder, der jetzt einen RAV4 mit Allrad möchte, muss entweder zum blutleeren 2.0 Valvematic-Saug-Benziner mit drehmomentfreien 152 PS greifen. Oder am besten gleich einen Hybrid kaufen. So versucht Toyota, den Kunden weg von der komplex-anfälligen Umweltsau Dieselmotor hin zum problemlosen und sauberen Hybridantrieb zu erziehen. Ob das gelingt?

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Nicht jeder mag die Charakteristik eines CVT-Getriebes. Besonders konservative heimische Käufer, und die Mehrzahl der RAV4-Kunden gehören da dazu, legen nach wie vor Wert darauf, selbst in den Gängen zu rühren. Und sie verzichten gern auf die Laufkultur eines Benziners, nur um im Diesel-Traktor ein paar Zehntelliter Kraftstoff zu sparen.

Den Kunden erziehen zu wollen, ist ein mutiges Unterfangen. Gerade dann, wenn man Image-mäßig bei weitem nicht so stark aufgestellt ist wie der gerade in Österreich völlig überbewertete und allmächtige VW-Konzern. Ob Toyota diese Wende in den Köpfen der Kunden gelingt, bleibt abzuwarten.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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