Fulu und Ich – Die Probefahrt Teil 1

Ich sag euch was, das war ein Abenteuer! Ich und das „Fulu City Pick-Up„-Lastendreirad auf Probefahrt. Oder eher umgekehrt. Soviel Nervenkitzel erlebst du selbst mit einem Lamborghini nicht.

Der Händler drückt mir die Fulu-Schlüssel mit dem Hinweis in die Hand, auf den ersten Kilometern vorsichtig zu sein. Also, so richtig vorsichtig! Denn zu den systemimmanenten Eigenheiten eines Dreiradlers, die nur noch hochbetagte Reliant-Fahrer kennen, kommt beim Fulu noch so manche… hm, nennen wir es… Unzulänglichkeit der chinesischen Technik.

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Auf den ersten Blick schaut der Innenraum gar nicht sooo verkehrt aus. Ein modernes Armaturenbrett mit formschönem Lenkrad und auch ausstattungsmäßig gibts nichts zu meckern. Fensterheber, CD-Radio, Ausstelldach, Funkfernbedienung, Drehzahlmesser. Alles Serie. Airbags oder eine Klimaanlage hab ich nicht gefunden.

Beim Einsteigen fällt mir auf, dass die Tür nicht gscheit zugeht, wenn ich drin sitze. Könnte etwas mit meiner Figur eines Wiener Pferdefleischhauers (188cm groß, > 90kg) zu tun haben. Oder mit der zu wuchtigen Türverkleidung. Weil ich Diäten hasse, schieb ichs auf den Fulu, mach mich schlank und schon passts. Ich sitz zumindest mal drin.

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Und das Platzproblem zieht sich wie ein roter Faden durch. Die Pedale stehen so eng beisammen, dass ich mit meinen Waldviertler Gutmenschenschuhen alle drei Pedale gleichzeitig treten kann. Das kann ja heiter werden.

Heiß ist´s in der Kiste. Also würd ich gern das Gebläse auf Kalt stellen. Hmmm, bis auf ein Drehrad, dass die Stärke des Gebläses regelt, finden sich aber nur Blind-Schalter auf der Mittelkonsole. Beim Druck auf den Knopf mit dem Gebläsesymbol passiert nichts, sonst gibts keine Bedienelemente. Ich weiß bis heute nicht, wie man Wärmer oder Kälter, zur Scheibe oder zu den Füßen stellt.

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Egal, dafür gibts ja ein nachträglich reingeschnittenes Glasdach, das man aufstellen kann. Genau so eins, das unzählige Opel Manta B und Ford Capri in den 1980er Jahren entwertet hat. 😉 Doch es gibt einen guten Grund für die Anwesenheit der Luke: Im Fulu stinkts penetrant nach Chemieunfall. Ein Duftcocktail aus Lösungsmitteln, Kunststoffen und chemischen Ausdünstigen aller Art, der bei geschlossenen Fenstern innerhalb von wenigen Minuten zu Kopfschmerzen und Schwindel führt. Also geht´s mit offenen Fenstern auf Tour.

Hustend und keuchend springt der Zweizylinder nach längeren Orgeln doch noch an, schüttelt sich ordentlich *Tuck Tuck Tuck* und nimmt dann doch Gas an. Noch den ersten von vier Gängen suchen und ab gehts…

Wie abenteuerlich sich das Ding nun wirklich fährt, erfahrt ihr in „Fulu und Ich – Die Probefahrt Teil 2“.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Fulu und Ich – Die Probefahrt Teil 1

  1. turboseize schreibt:

    Die Chemieausdünstungen kenne ich aus neuen (und junggebrauchten) KdF-Wagen. Das Fulu scheint also ein echtes Premiumprodukt zu sein! 😀

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