Der Glückliche!?

Konspiratives Treffen unter Youngtimer-Freaks, um aktuelle Fuhrparkpläne zu besprechen und künftige Projekte ins Auge zu fassen. Im Laufe des Gesprächs ergibt sich wie von selbst das Thema Ersatzteilversorgung. Und spätestens da kommen mir die Tränen.

Denn mein Gegenüber ist BMW-Freak. Egal ob E30, E24 oder E28, hauptsache aus den 1980er Jahren und mit Reihensechser. Und je mehr er erzählt, desto grüner werd ich im Gesicht.

bmw_m5_40

Denn:

  • wer ein Auto sucht, findet es auch. Solls ein beiger, perfekt erhaltener 518 in Buchhalterausstattung sein? Oder ein 635CSI mit 17 Vorbesitzern in den letzten 3 Jahren? Alles kein Problem, alles verfügbar. Teils zu irren Preisen, aber es gibt die Dinger zumindest.
  • für alte BMW gibts wahnsinnig viele Ersatzteilquellen. Im Nachbau in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätsklassen, von der Mobilen Tradition, aus zahlreichen Schlachtungen, von privaten Anbietern und, und, und… Bei meinen Pajeros gibt´s fast nichts mehr. Das nur so am Rande.
  • es bieten zahlreiche Profis ihre Dienste an, um Freaks glücklich zu machen. Da gibts privat initiierte Nachbauaktionen für die unscheinbarsten Verkleidungsteile im Innenraum in allen verschiedenen Interieur-Farben. Da gibts Bastler, die ganze Kombiinstrumente je nach Modell originalgetreu umbauen. Du schickst eines vom 535i ein und bekommst eines vom M5 retour. Mit allen Anpassungen. Pfoah…
  • es gibt irrsinnig viele Clubs, Interessensgemeinschaften und Foren. Zu jeder Baureihe mit einem großen Schatz an Know-How und teils (einst) werksinternen Datensammlungen. Ganz ohne Sprachbarriere! Beneidenswert.

Eigentlich schade, dass ich nicht auf alte BMWs stehe, dass ich nicht hoffnungslos dem Stern verfallen bin oder luftgekühlte VWs verehre. Denn dann wäre das Leben als Autofreak so viel einfacher.

Oder doch nicht?

Was meint ihr? Ist es leichter, Teil eines großen Szene zu sein? Oder macht es doch mehr Spaß, allein auf weiter Flur die Fahne der ungeliebten Underdogs hoch zu halten?

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Der Glückliche!?

  1. turboseize schreibt:

    Altmercedes im Alltag, das ist somit die streßfreieste, einfachste und unbekümmerste Art des Autofahrens. Erstens funktionieren die Dinger im Regelfall zuverlässiger als so mancher Neuwagen, zweitens ist (fast) alles binnen 24h bei der örtlichen Niederlassung/dem örtlichen Vertreter zu bekommen, drittens zu in der Regel verträglichen Preisen, und viertens stellen die Autos, vom Fahrwerksvermessen einmal abgesehen, niemanden vor große Rätsel und lassen sichauch gefahrlos bei Abwesenheit von eigenem Schraubertalent von jedem Dorfschmied reparieren. (Ganz anders als so manche Exoten, bei denen die Inhaber teilweise mehrere hundert Kilometer Anfahrt und wochenlange Wartezeiten bei den wenigen empfehlenswerten Spezialisten in Kauf nehmen müssen.)
    Ich wußte schon, warum, ich mir schon 2003 meinen ersten w123 gekauft habe. (Für einen Alt-BMW gelten zumindest die Punkte der Teileverfügbarkeit und der Dorfschmiedtauglichkeit ebenso.)

    Aber wo bleibt denn da die sportliche Herausforderung? Und es verschafft auch eine gewisse Befriedigung, wenn man ein Auto against all odds auf der Straße halten kann.

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