Opel – Umparken im Kopf?

Mit diesem Slogan versuchte Opel erst vor kurzem, das Image der Marke aufzupolieren.

Weg von der spießigen Billigkiste für all jene, die sich keinen VW leisten können oder wollen, hin zum jugendlich-trendigen Hersteller für Hipster und Autofreaks. „Wir leben Autos“.

Vor einigen Tagen bekam ich die Gelegenheit, mir einen neuen Opel Corsa 1.2 Cool & Sound anzusehen. Ich wollte mich davon überzeugen, ob Opel verstanden hat, dass es mehr braucht als nur knackige Werbesprüche, um das ruinierte Image der López-Ära endlich los zu werden.

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Feuerwehrrot steht er da. Ein Corsa E mit 70 PS, Klima und fünf Türen. Basis-Ausstattung mit Radkappen und Kurbelfenstern hinten. Knapp 14.000€ kostet der Spaß. Nicht billig.

Vor allem, wenn man sich den Wagen etwas genauer ansieht. Vom Fahrersitz aus gibt´s nicht viel zu meckern. Weiche Kunststoffe, Stoffeinlagen in den Türen, alle Bedienelemente liegen gut zur Hand. Passt.

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Bei Opel wissen sie also prinzipiell, wie man es richtig macht. Doch leider offenbart ein zweiter Blick den offenbar immensen Kostendruck. Aus den weichen Stoffeinlagen in den Türverkleidungen der Vordersitze sind in den Fondtüren kratzige Hartplastikverkleidungen geworden. Unschön und lieblos. In Verbindung mit den Kurbelfenstern wird die Rückbank so zu den billigen Plätzen.

Noch ärgerlicher aber ein Blick in den Kofferraum:

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Die Lehne der einteiligen (!!!) Rückbank unverkleidet wie bei einem Lada um 6990€, die beiden Verzurr-Ösen unsauber und unvollständig lackiert, extrem schwergängig und selbst für Männer-Fingernägel fast nicht zu überleben.

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So gelingt das nicht mit dem „Umparken“.

Beim Hyundai i20, der für gut 1000€ weniger zu haben ist, sieht das übrigens so aus:

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Foto: http://www.autobild.de

Die Rückenlehne geteilt umklappbar und voll mit Stoff verkleidet, die Zurrösen hochwertig integriert, ausklappbar und verchromt. Inklusive dritter Kopfstütze. Und jetzt kommt ihr, Opel!

Dass im Corsa die Haltegriffe am Dachhimmel beim Loslassen ungedämpft nach oben knallen, begleitet von einem blechernen Scheppern des Dachs, hilft da auch nicht gerade. Also schnell weg vom Innenraum und unter die Haube. Besser?

Nicht wirklich.

Opel spart sich die Abdeckung des Motorraums am Unterboden. Die würde viel Schmutz und Salzwasser vom Motor fernhalten. Weniger Dreck, weniger Rost. Stattdessen gibts freien Blick auf den Hilfsrahmen und den Asphalt unterm Wagen. Und auf den roten Längsträger, der einen Hauch zu wenig Farbe bekommen hat…

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Dass die Innenseite der Haube nicht einmal eine kleine Dämmmatte ziert, verwundert da nicht mehr. Aber wirklich ärgern dürfte das auch nur den einen oder anderen Marder. Wenigstens ist die Haube innen lackiert. Ist doch auch schon was! 😉

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Was bleibt im real life also vom neuen Opel-Spirit übrig? Zumindest beim Corsa nicht viel. Der Kostendruck grüßt aus jeder Ecke. Beim Opel Karl, dem Nachfolger des Billigautos Daewoo/Chevrolet Spark, mag das noch OK sein. Schließlich ist er das neue Einstiegsmodell der Rüsselsheimer, geht bei 8.990€ los. Aber im für Opel so wichtigen Corsa lassen diese zahlreichen billigen Details den Preis von fast 14.000€ für die 70PS-Version in Basisausstattung ungerechtfertigt hoch erscheinen.

So endet der Umparkversuch mit einem Parkschaden.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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