Die Glaubensfrage

Es ist eine Glaubensfrage, die so alt ist wie die Youngtimer-Szene selbst:

Lieber das beste Exemplar des begehrten Modells kaufen, das oftmals auch das teuerste ist? Oder doch lieber zu einem mittelmäßigen oder gar zum billigsten Fahrzeug greifen und das Ding dann aufpäppeln?

Konkret geht es um einen 95er Audi 100/A6 C4, der zur Zeit gerade durch die einschlägigen Foren geistert und für Diskussionen sorgt. Ist ein 21 Jahre alter A6 mit dem seidigen, aber unbeliebten 2.6 Liter V6-Benziner in Buchhalter-Ausstattung 7900€ wert?

a6-buchhalter

Zugegeben, die Fakten sprechen schon für ihn. Kultivierter V6-Benziner, Veloursitze, Klimaautomatik, Allradantrieb, unverbastelt und vor allem – nur 80.686km auf der Uhr. Mit Serviceheft und Händler-Gewährleistung. Aber 7900€?

Wobei – vergleichbare Modelle gibt es eigentlich nicht mehr. Entweder haben sie hohe Laufleistungen (>300.000km) oder sind verbastelt und zu Tode „getuned“. Meistens auch alles von dem. Die kosten dann aber maximal drei oder vier violette Scheine. Also besser die 5000€ sparen und den mittelprächtigen Fetzenflieger kaufen?

Nach fast zwanzig Fahrzeugen in vierzehn Jahren bin ich bereits beide Wege gegangen und hab eine gefestigte Meinung, die auf realen Erfahrungen beruht:

Egal ob man die Kiste nur eine Saison fahren möchte oder ihr ewig die Treue halten will – das bessere Auto ist stets der bessere Kauf.

Auch wenn meist mehr Geld über die Budel wandert als beim mittelprächtigen Exemplar. Denn ein wirklich gutes Autos um gutes Geld lohnt sich spätestens dann, wenn beim vermeintlichen Schnäppchen die Mängelliste immer länger und die Werkstattrechnungen immer zahlreicher werden. Wer kein Projekt zum Schrauben sucht, sondern ein Auto, das er einfach fahren und ohne Drama über Pickerl bringen möchte, sollte gleich mehr Geld in die Hand nehmen.

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Die Glaubensfrage

  1. KS schreibt:

    Hi Lukas,

    und er sollte die Wartung nicht „vergessen“. Leider sehe ich das zu oft, dass es ja „ein altes Auto ist“ und dann runtergeschlotzt wird. Wer für ein gutes Exemplar mehr zahlt wird hoffentlich eher geneigt sein, die Wartungen zu machen. Und wenn speziell dieser A6 ordentlich gepflegt wird, wird der kaum einen Wertverlust haben. Man muss nur das Geld haben und dafür in die Hand nehmen wollen…. Wobei man schon mal fragen sollte, warum der nur 4tkm/Jahr gelaufen ist. Standschäden?

    Grüße, KS

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