Das Winterauto-Dilemma, die Zweite

Ein Honda CR-V der ersten Generation solls sein, weil zahlreiche Fachleute den Wintereinsatz des zuverlässigen Youngtimers als Frevel verurteilen?

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Verkauft zwischen 1996 und 2001, war der CR-V mit dem Toyota RAV4 ein Wegbereiter des Crossover-Booms und einer der ersten Vertreter der heute so beliebten Kompakt-SUVs. Also eigentlich ein kommender Klassiker, auch wenn ihn niemand so recht auf der Liste zu haben scheint.

Kandidat Nummer 1 fällt genau in mein Beuteschema. Ein CR-V von Anfang 1998. Goldener Lack, geringer Kilometerstand, Veloursitze, Automatikgetriebe mit Lenkradwählhebel, Vorbesitzer jenseits der 80. Wo soll ich unterschreiben?

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Fotos: http://www.gebrauchtwagen.at

Auf den zweiten Blick aber folgt die Ernüchterung. Die üblichen Opa-Spuren von weniger geglückten Einparkversuchen rundum stören mich ja nicht einmal. Auch mit dem heftigen Hagelschaden kann ich leben, wenn´s sein muss. Mit den halbherzig eingeschweißten Radläufen hinten, die schon wieder Blasen werfen, und den rostigen Längsträgern unterm Kofferraumboden aber weniger. Und dass der Verkäufer nicht einmal weiß, ob der Zahnriemen (alle 5 Jahre oder 90.000km, ~ 600€) überhaupt schon einmal gewechselt wurde, trägt auch nicht zur Entspannung bei.

Kandidat Nummer 2 ist schwarz und gefällt mir weniger gut. Mehr Kilometer als Goldi und ein Schaltgetriebe hat er auch. Aber vielleicht verbirgt sich ja unter der trostlosen Hülle ein echtes Goldstück?

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Foto: http://www.willhaben.at

Äh… Nein. Die fies verbeulten hinteren Seitenteile („Da Auhänga woas“) sprechen nicht gerade für einen schonenden Umgang mit der Kiste. Die Radläufe hinten sind auch schon mehr oder weniger schlecht geschweißt und dick gespachtelt, der Unterboden noch rostiger als bei Goldi. Das aktuelle Pickerl bis 4/2017 war wohl eindeutig das letzte. Fängt ja toll an…

Und beim Blick unter die Haube wirds noch schlimmer. Der Kühler – leer. Der Ausgleichsbehälter – auch. Beim Nachfüllen beteuert der Verkäufer glaubhaft, dass er davon nichts gewusst habe. Nach der Probefahrt, die wider Erwarten recht angenehm verläuft, entledigt sich der CR-V schlagartig seiner Kühlflüssigkeit. Danke, Wiederschauen.

Schade, denn der erste CR-V hat was.

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Pfiffige Details wie der klappbare Tisch zwischen den Vordersitzen, der als Picknick-Tisch verwendbare Kofferraumboden, die separat zu öffnende Heckscheibe oder der Lenkradwählhebel samt fehlender Mittelkonsole sind durchaus cool. Simply clever, lange vor Skoda.

Diese Stichprobe aber war wohl nichts. Beide Kisten mit zahlreichen Mängeln, beide Kisten im Endeffekt (Kauf + Reparaturen) zu teuer für ein Winterauto und mit zu wenig Zukunft hinsichtlich eines Wiederverkaufs im Frühling 2017.

Ob das noch was wird? Nachzulesen in Teil 3. Bleibt mir gewogen!

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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