Visite in der Gruft – Automuseum Aspang

Vor 15 Jahren war ich das letzte Mal dort, also war es wieder an der Zeit: Was gibt´s Neues im Automuseum Aspang in Niederösterreich?

Meine Erinnerungen sind zugegebenermaßen nicht die besten. Zahlreiche schlecht lackierte, notdürftig aufgehübschte Leichen in einer kalten Gruft. So hab ich das als Kind und Jugendlicher wahrgenommen. Und heute?

Viel hat sich nicht geändert. Immer noch ist es eine kalte Halle ohne Charme, einem Bunker sehr ähnlich. Und immer noch überrascht die sehr große Anzahl an Vorkriegsfahrzeugen im Allgemeinen und Wagen der Marke Steyr im Besonderen.

An den Exponaten spiegelt sich das Alter des Museums-Gründers wider, der als 1920 geborener natürlich Vorkriegswagen interessanter fand als Youngtimer aus den 1980ern. Und so gibt´s unzählige Modelle aus den Jahren vor und kurz nach dem WWII, zu denen man als Mitdreißiger zwar keinerlei Bezug hat, die aber trotzdem interessant anzuschauen sind.

Kennern fällt etwa beim beigen Adler sofort ein Problem ins Auge: Der Zustand vieler Exponate ist nicht wirklich berauschend. Rissige Spachtelmasse-Narben, abblätternder Lack, platte Reifen, teilweise silberne Sprühfarbe auf Chromstoßstangen, verschimmelte Innenräume usw.. Da fehlt es eindeutig an Liebe zum Detail. Wobei es bei knapp 150 Fahrzeugen natürlich schwierig ist, über den Verfall die Oberhand zu behalten. Da wäre Klasse statt schierer Masse die bessere Idee gewesen.

Einige jüngere Exponate, primär US-Cars und der einzige Japaner (Suzuki LJ80) wurden überhaupt einfach so rein geschoben und sehen mehr als traurig aus.

Und so hinterlässt das Automobilmuseum Aspang immer noch einen sehr zweispältigen Eindruck. Wechseln sich doch teilweise wunderschön restaurierte Vorkriegswagen  mit lieblos zusammengeschusterten Schrottkisten ab. In der einen Ecke stehen Zustand-5-Gurken lieblos dicht an dicht, die Kleinwagen-Sammlung im ersten Stock hingegen ist mit tollen Exponaten liebevoll gestaltet.

Und das Thema Gruft? Meine Begleiterin bringt es während der Heimfahrt messerscharf auf den Punkt: „Klar sind die Autos alle tot, es ist ja ein Museum. Da geht es nur darum, sie anschauen zu können. Wenn du lebendige Autos sehen willst, musst du auf ein Treffen oder zu einer Rallye fahren.“

Recht hat sie…

Lukas

Advertisements

Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Autos, Österreich, Youngtimer abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s