Gran Turismo auf Japanisch

Die Blicke über den Tellerrand werden gar nicht weniger…

Bewege ich doch seit mehr als zwei Wochen eine 1987er Toyota Supra 3.0i Turbo Targa im Alltag.

Für mich als Sportwagen-Skeptiker und Pajeroholiker eine völlig andere Welt. Nach ein paar Tagen hab´ aber selbst ich mich an die extrem tiefe Sitzposition mit dem Hintern knapp über dem Asphalt gewöhnt. Und von dem Moment an beginnt der Spaß.

Wobei man sich bezüglich der Performance keinen Illusionen hingeben sollte. Die Supra ist kein Racer für enge und kurvige Straßen. Da ist ein Subaru Impreza GT sicherlich die weitaus bessere Wahl. Auch weil die Verwindungssteifigkeit der Targa-Version keine Maßstäbe setzt. Und die 1,7 Tonnen Leergewicht sprechen auch nicht gerade für einen Kurvenwedler. Auf der Langstrecke aber, da beginnt die graue Lady zu glänzen.

Mühelos saugt der 3 Liter große, sanft aufgeladene Reihensechszylinder mit 235 PS die Kilometer auf. Der Turbolader sorgt für ständigen Rückenwind, dank 344 Nm Drehmoment zieht die Supra ab Tempo 80 im fünften Gang souverän und bärig durch.

Und wieder zeigt sich, dass Leistung souverän macht. Egal ob gerade 100 oder 130 oder 160 auf dem Tacho stehen – ein Tritt aufs Gas reicht, um zügig Tempo zuzulegen und ungeduldige Zeitgenossen im Innenspiegel kleiner werden zu lassen. So ergibt sich völlig automatisch ein relaxter Fahrstil. Selbst nach einigen Hundert Kilometern entsteigst du der Supra dank vielfach verstellbarer Ledersitze, Klimaautomatik, Tempomat und einem tollen Soundsystem völlig entspannt. Ein Gran Tourismo Coupe reinsten Wassers. Morgen mit der Supra von München nach Hamburg oder sofort ab nach Nizza? Kein Problem.

Nizza muss es gar nicht sein. In Steinbrunn am Leithagebirge ist´s auch schön! 😉

Ein paar Fun-Facts am Rande:

  • Die Supra Turbo war bei ihrer Markteinführung 1987 der stärkste und schnellste Serien-PKW Japans.
  • 235 PS klingt heute nicht mehr nach viel. 1987 hatte aber ein Porsche 911 Carrera mit Katalysator erst 207 PS, dann 217 PS.
  • Auf der Langstrecke zur Oldtimermesse nach Tulln, durchaus zügig gefahren, begnügte sich die Supra mit 9,5 Liter Super100.

Leider wird es bald wieder Zeit, die Supra an ihren Besitzer retour zu geben. Wer hätte es gedacht: Jetzt ist sie mir doch noch ans Herz gewachsen…

Lukas

Über Lukas

Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.
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2 Antworten zu Gran Turismo auf Japanisch

  1. Friederich schreibt:

    ein sehr schöner Kurzbericht über einen wunderbaren Youngtimer. Dankeschön.

  2. Pingback: München 7 | The way of drive…

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